Radio Dreyeckland

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altEmil Tscheulin war ein Teninger Industrieller der frühzeitig das Potenzial und die Wichtigkeit des Aluminiums erkannt hat. Als Gründer der Tscheulinwerke in Teningen war er während der NS-Zeit einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region. Als NS-Wehrwirtschaftsführer bei der örtlichen Industrie- und Handelskammer hatte er auch außerhalb seines Unternehmens viel Einfluss. Emil Tscheulin unterstützte die lokalen Nazistrukturen aktiv mit Personal, Veranstaltungsräumen und Geld und war als Wehrwirtschaftsführer für die sogenannte "Arisirung" jüdischer Betriebe verantwortlich.

Er beschäftigte überdurchschnittlich viele Zwangsarbeiter und lies diese auch ungewöhnlich viele Wochenarbeitsstunden verrichten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Emil Tscheulin 1945 wegen seiner aktiven Tätigkeit für das NS-Regime zu 40 Monaten Internierungshaft und einer Geldstrafe von 5.000 Mark verurteilt; er verbüßte die Haft von 1945 bis 1947. Außerdem entzog ihm die Gemeinde Teningen die Ehrenbürgerschaft. Kurz vor Emil Tscheulins Tod wurde ihm jedoch in der Nachbargemeinde Köndringen erneut die Ehrenbürgerwürde verliehen und drei Jahre nach seinem Tod wurde eine Ehrentafel an der evangelischen Kirche in Köndringen angebracht. Seit 2011 kämpft eine Initiative für die Entfernung bzw. die Ergänzung der Ehrentafel an der evangelischen Kirche in Köndringen und für eine kritische Auseinandersetzung mit der Person Emil Tscheulin.

Aus diesem Anlass organisierte die Initiative DEMON (DEnk-Mal-Ohne-Nazis) eine Podiumsdiskussion mit dem Titel: "NS-Geschichte: Verdrängen oder Aufarbeiten? - Erinnerungskultur am Beispiel Emil Tscheulins." Rund 200 Menschen sind am 18. März 2013 der Einladung zur Podiumsdiskussion in die Zehntscheuer in Teningen gefolgt. Knapp die Hälfte, so wurde geschätzt, kamen aus Teningen selbst. Auf dem Podium saßen Prof. Dr. Wolfram Wette aus Waldkirch, Dr. Phil Norbert Ohler aus Horben und Günter Stein von der Initiative DEMON aus Köndrigen. Das Grußwort sprach der Bürgermeister von Teningen Heinz-Rudolf Hagenacker.

Anhören (Länge: 9.10 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20130321-relativieren-18033.mp3{/audio} Download

 

Die dritte Zeitzeugin ,die im Rahmen des Pressegeprächs des Maximilian-Kolbe-Werks ihre Geschichte erzählt ,ist Julijana Zarchi aus Litauen. Sie wird als Kind eines jüdischen Vaters und einer deutschen Mutter als Dreijährige ins Ghetto Kaunas gesteckt,aber daraus gerettet.Die ganze jüdische Großfamilie des Vaters wird ausgelöscht. Nach dem Krieg werden ihre Mutter und sie von den Sowjets für 17 jahre nach Tadschikistan deportiert. Im zweiten Teil geht es um diese Geschichte und wie sie die Fragen nach Identität beantwortet.

Anhören (Länge: 18.54 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20121114-zeitzeugind-17318.mp3{/audio}
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Foto: maximilian-kolbe-werk.de

Julijana Zarchis Vater, ein litauischer Jude, studiert und promoviert in Basel. Danach arbeitet er in Düsseldorf, wo er seine zukünftige Ehefrau, eine Deutsche, kennen lernt. 1934 wollen beide heiraten, was aber in Deutschland nach der Machtergreifung schon nicht mehr möglich war. Sie fahren nach Litauen und heiraten dort in der Synagoge. Frau Zarchi wird litauische Staatsangehörige.

1938 kommt Julijana Zarchi in Litauen zur Welt. Ihr Vater wird mitsamt der jüdischen Großfamilie ermordet, Julijana kommt als Dreijährige ins Ghetto Kaunas...


Anhören (Länge: 10.25 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20121113-zeitzeugini-17291.mp3{/audio}
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Nach dem Krieg werden ihre Mutter und sie von den Sowjets für 17 Jahre nach Tadschikistan deportiert. Im zweiten Teil geht es um diese Geschichte und wie sie die Fragen nach Identität beantwortet.
Anhören (Länge: 18.54 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20121114-zeitzeugind-17318.mp3{/audio}
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Am Dienstag, den 6. November 2012 gab es ein Pressegespräch des Maximilian Kolbe –Werks zum Gedenken an die Reichspogromnach am 9. November 1938.Zu Wort kamen ZeitzeugInnen des Nationalsozialismus - eine davon ist Julijana Zarchi aus Litauen. Sie hat RDL ein Interview gegeben.

Anhören (Länge: 6.08 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20121109-zeitzeugend-17279.mp3{/audio}
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8. März 2012: Auf Einladung des Arbeitskreis "Euthanasie im Dritten Reich - Ausgrenzung Heute" sprach Irene Schäuble über die Ermordung ihrer Mutter in der Vernichtungsanstalt Grafeneck.

Anhören (Länge: 7.04 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20120313-ermordetin-15516.mp3{/audio}
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Wie Mendel und Darwin den Weg zu den systematischen Morden im Dritten Reich ebneten, zeigt ein Stück am Freiburger Theater.

Anfang des 20. Jahrhunderts "bewies" der Freiburger "Heimatanthropologe" Prof. Dr. Eugen Fischer anhand der sogenannten "Rehobother Bastards" im damaligen Deutsch-Südwestafrika, daß der Mensch "Rassen" ausbildet; genau wie die Erbse nach den Mendelschen Vererbungsregeln. Diese "Rassentheorie" gepaart mit kaltem ökonomischen Kalkül und sozialdarwinistischen Ideen rechtfertig 30 Jahre später einen Massenmord: 1940 führten Ärzte und Bürokraten die Order des "Führers" aus, die Gesellschaft von sogenannten "Ballastexistenzen" zu befreien...

Das Theaterstück wurde auf Initiative einer Realschullehrerin in Bad Krozingen entwickelt. Es sind SchülerInnen sowie Psychiatrie-Erfahrene und Angehörige der Opfer miteingebunden.

Der Darsteller Frank Albrecht war zu Gast bei RDL.

Der Spielplan ist unter http://www.theater.freiburg.de/index/TheaterFreiburg/Start.html?SpId=43203 einsehbar.

Anhören (Länge: 10.36 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20120228-quotdervo-15320.mp3{/audio}
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In Grafeneck, einem Barockschloss auf der Schwäbischen Alb, wurden 1940 über 10.000 Menschen ermordet, denen das NS-Regime die Existenzberechtigung abgesprochen hatte. Menschen, denen man geistige und körperliche Behinderungen zuschrieb. Dahinter steckte kaltes ökonomisches Kalkül gepaart mit dem rassenideologischen Gedanken, die Gesellschaft von sogenannten »Ballastexistenzen« zu befreien. Wie konnte es zu diesem ersten industriellen Massenmord in Deutschland kommen? Und findet man Momente dieses Gedankenguts auch heute noch?

Diesen Fragen geht das Stüch "Spurensuche Grafeneck" nach, das am Samstag dem 25. Februar in Freiburg Premiere feiern wird. (siehe auch http://www.theater.freiburg.de/index/TheaterFreiburg/Monatsspielplan.html?SpId=40270)

Regisseur Stefan Nolte und Schauspieler Matthias Lodd waren zu Gast im Morgenradio von RDL um ihr Stück anzukündigen

Anhören (Länge: 12.23 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20120221-spurensuche-15262.mp3{/audio}
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Der Arbeitskreis Regionalgeschichte widmet sich auf seiner Jubiläumstagung vom 11.-12. 11. der Bedeutung der Grenze für die Region Südbaden. Ein Aspekt: Zwischen 1940 und 1943 sollte der Verein "Badische Heimat" im besetzten Elsass-Lothringen den (NS-)deutschen Einfluss ausweiten. Wieviel daraus wurde und wie weit die völkisch-nationalsozialistischen Tendenzen des Vereins vor und nach seiner Gleichschaltung gingen,, darüber haben wir mit Matthias Krauss gesprochen. Der Historiker wird auf der Tagung einen Vortrag zum Thema halten.

Anhören (Länge: 13.12 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20111111-diequotba-14504.mp3{/audio}
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altDie Bundesrepublik Deutschland hat im Jahr 2008 die Republik Italien vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag verklagt, weil italienische Gerichte den Opfern von NS-Kriegsverbrechen in Italien und Griechenland - Massakern und Zwangsarbeit - und deren Angehörigen Schadenersatz durch Deutschland zugesprochen hatten. Dies verstoße gegen den Grundsatz der Staatenimmunität, so die Position der BRD, während Italien die Menschenrechte der Kläger_innen geltend macht.  Vom 12.-16. September 2011 fanden in Den Haag die öffentlichen Verhandlungen statt. Zu diesem Anlass bieten wir mit diesem Feature einen Überblick über den verwickelten Konflikt um die Entschädigungszahlungen mit seinen historischen Hintergründen mit Stimmen verschiedener Akteur_innen.


Anhören (Länge: 19.59 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20110919-deutschereu-14159.mp3{/audio}
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Update 3.2.2012: Der Internationale Gerichtshof hat zugunsten Deutschlands entschieden. Interview mit Martin Klingner zum Urteil: Eine Kapitulation des Rechts vor der Macht

Links:

Internationaler Gerichtshof in Den Haag:
Multimedia-Angebote und Dokumente zum Prozess

Musik:
Il massacro dei trecentoventi auf MP38

Keine Ruhe den NS-Tätern

AK Distomo

Istoreco – Institut für die Geschichte des Widerstands und Zeitgeschichte in der Region Emilia-Romagna

Vereinigung der Opfer der nationalsozialistischen und faschistischen
Massaker
in Grizzana, Marzabotto und Monzuno

Michael Quelle: Arbeit im Verborgenen - Die NS-Hilfeorganisation "Stille Hilfe"

Indymedia-Bericht über die Besetzung des Goetheinstituts in Thessaloniki

Franco Giustolisis Buch „L'armadio della vergogna“ über den Schrank der Schande

Übersicht der Massaker in Italien bei resistenza.de

 

Weitere Beiträge von RDL zum Thema:

Urteil im Kriegsverbrecherprozess in Verona

Tag der Befreiung

Täter-Opfer-Umkehr



Verwendete Beiträge von FSK und Flora auf freie-radios.net:

Wer schuldet wem was?

Mit deutscher Vernunft gegen NS-Opfer

Der Fall Distomo

Rede von Bruno Petiani in Mittenwald

 

:: gesendet 20.10.2010 Punkt 12 Mittwoch ::

Wir begegnen ihnen auf den Gehsteig, Plätzen und Wegen: eingelassene Stolpersteine, welche an die Deportierten im III. Reich erinnern. Nicht alle sind über diese Art der Erinnerung vollkommen glücklich. Irina Katz von der jüdischen Gemeinde Freiburg über die Schwierigkeit des Erinnerns mit Hilfe toter betretener und z.B. durch Hunde "bekackter" Steine. http://www.jg-fr.de/

Anhören (Länge: 10.52 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20101020-stolperstein-11014.mp3{/audio}


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Benjamin Ortmeyer von der Universität Frankfurt hält am Donnertag Abend, den 28. Januar einen Vortrag in der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Im Interview auf Radio Dreyeckland erklärt er den Titel der Veranstaltung "Mythos und Pathos statt Logos und Ethos" und erläutert außerdem Ziele und Hintergründe seines Forschungsprojekts. Darin wird die Betätigung der Pädagogen Eduard Sprangler, Herman Nohl, Erich Weniger und Peter Petersen in der NS-Zeit dokumentiert.

Anhören (Länge: 6.00 min) {audio}images/stories/audio_mp3/20100128-erziehungswi-07813.mp3{/audio}


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