Der bekennende Antisemit Gedeon darf in der AfD bleiben

Der bekennende Antisemit Gedeon darf in der AfD bleiben

Während die AfD die Abschottung der deutschen Grenzen gerne mit der drohenden Gefahr der Einwanderung von Antisemiten begründet, ist man in den eigenen Reihen da eher großzügig. Am Tag vor Heiligabend hat das Landesschiedsgericht in Reutlingen entschieden, dass der Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon weiter AfD-Mitgleid bleiben darf. Die Entscheidung wurde erst später bekannt. Der Landesvorstand hatte den Ausschluss Gedeons wegen antisemitischer Äußerungen beantragt. In seinen Büchern hatte Gedeon behauptet, Juden arbeiteten an der „Versklavung der Menschheit“ und das Judentum sei der „innere Feind“ des Abendlandes. Gedeon beklagt auch eine angebliche Judaisierung des Christentums. Dass Gedeon auch heute noch zu seinen Äußerungen steht, wollte ihm das Schiedsgericht nicht vorwerfen, denn eine alte Position nicht aufzugeben sei ja kein „Tun“, sondern ein „Nichtstun“. Mit anderen Worten: wer jemandem die Brieftasche klaut, ist zur Rückgabe nicht verpflichtet.

Außerdem wirft das Gericht den Betreibern des Ausschlussverfahrens vor, auch auf mehrfache Nachfragen, kein weiteres Material zur Begründung des Ausschlusses nachgereicht zu haben. Insbesondere der Vorsitzende der Jugendorganisation der AfD „Junge Alternative“, Markus Frohnmaier soll von ihm bereits zugesagtes Material nicht geliefert haben. Frohnmaier war Mitarbeiter von Alice Weidel und sitzt heute im Bundestag. Wegen der nicht nachgereichten Materialien hält das Schiedsgericht neuere antisemitische Äußerungen Gedeons für nicht ausreichend belegt.

Am Montag beschloss der baden-württembergische Landesvorstand der AfD das Ausschlussverfahren gegen Gedeon nicht noch einmal aufzunehmen.