Mitte April feuerte der zehnfache Milliardär und Eigentümer des renomierten Verlages Édition Grasset, Vincent Bolloré den Chef des Verlages, Olivier Nora. Was sich Bolloré wohl nicht gedacht hatte, war die Reaktion vieler Autor*innen. Rund 300, darunter die koreanische Trägerin des Nobelpreises für Literatur Han Kang, kündigten die Zusammenarbeit mit Grasset auf und forderten auch die Aufhebung bereits bestehender Verträge. In einem "Interview" das Bolloré darauf der ihm gehörenden Sonntagszeitung Le journal de dimanche gab, kanzelte er seine Gegner bei Grasset ab: "eine kleine Kaste, die glaubt sie stehe über allem und jedem". Seine Gegner*innen vermuten hinter dem Rauswurf von Nora hingegen einen politischen Hintergrund, da Bolloré als Vertreter einer weit rechts stehenden Strömung des Katholizismus bekannt ist und mit seinen Medien rechte Parteien fördert. Über die Hintergründe sprachen wir mit unserem Frankreichkorrespondenten Bernard Schmid.
jk
