Das Außenlager des KZ Dachau in Überlingen: Vernichtung durch Arbeit für die Rüstungsindustrie am Bodensee

Vernichtung durch Arbeit für die Rüstungsindustrie am Bodensee

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Der Goldbacher Stollen in Überlingen (Eingang aus den 1960er Jahren)
Quelle: 
Andreas F. Borchert [CC BY-SA 3.0 de]

Der Bodensee - das ist nicht nur ein idyllisches Ausflugsziel und Anbaugebiet von Obst und Gemüse, sondern auch Waffen kommen vom Bodensee. 26 Firmen zählt die Initiative "Keine Waffen vom Bodensee" auf. Und diese Waffenproduktion am See hat eine düstere, teils kontinuierliche Geschichte. Als Heimat des Zeppelins war Friedrichshafen Produktionsstätte von Rüstungsgütern schon im Ersten Weltkrieg. Im Zweiten Weltkrieg wurde im nahegelegenen Überlingen eine Außenstelle des KZ Dachau errichtet, deren Insassen einen Stollen zum Schutz der Friedrichshafener Rüstungsindustrie vor Luftangriffen graben mussten. Was von September 1944 bis April 1945 im Überlinger Lager geschah, muss als "Vernichtung durch Arbeit" bezeichnet werden, sagt Jürgen Weber. Er hat sich bereits vor Jahren mit dem Lager beschäftigt und zusammen mit Stephan Kern den Film "Wie Dachau an den See kam" produziert. Wir haben mit ihm über das Lager gesprochen.