Der Podcast „Radio Migrant“ kehrt die Perspektive um: „Sozialleistungsbetrug“, „Schrottimmobilien“ und das Ressentiment gegen EU-Migrant*innen aus Südosteuropa

„Sozialleistungsbetrug“, „Schrottimmobilien“ und das Ressentiment gegen EU-Migrant*innen aus Südosteuropa

In einem Teil der Bevölkerung habe sich eine "Mitnahmementalität" herausgebildet, die leider vom Gesetzgeber noch befeuert werde. "Nach allem, was ich höre, wird Deutschland als ein Schlaraffenland wahrgenommen.“ „Kürzlich haben wir die Realität mit Zahlen unterfüttert und festgestellt, dass der Schwerpunkt des Missbrauchs von Sozialleistungen im Zuzug aus Bulgarien liegt. Von 1.600 erwachsenen Personen waren 65 Prozent arbeitslos, die Zahl der Kinder ist hoch.“ „mafiöse Strukturen, die wir zerschlagen müssen“. – Das sind nur ein paar recht beliebige Zitate zur aktuellen Diskussion um den sogenannten „Sozialleistungsmissbrauch“. Deutlich wird: Es ist viel Empörung im Spiel – und es geht um ganz bestimmte angebliche Täter*innen: Migrant*innen aus Bulgarien und Rumänien, die im Rahmen der EU-Freizügigkeitsregelung in Deutschland leben. Viele von ihnen wohnen im Ruhrgebiet, wo sie oft unter prekären Bedingungen wohnen und arbeiten. Während die Kommunen teilweise repressiv vorgehen und Ressentiments anheizen, viele Medien in diesen Tenor einstimmen, fragt kaum jemand nach der konkreten Situation und der Perspektive dieser Menschen selbst. Das soll der Podcast „Radio Migrant“ ändern, in dem am Beispiel Duisburg die Sichtweisen von Menschen aus Rumänien und Bulgarien im Vordergrund stehen. Wir haben mit Polina Manolova gesprochen. Sie ist eine der Autor*innen des Podcasts, ebenso wie Philipp Lottholz, der das Interview übersetzt hat.

„Radio Migrant – Stimmen aus Südosteuropa“ ist unter https://radiomigrant.substack.com zu hören - und bald auch direkt bei Radio Dreyeckland: Von Dezember bis Februar in der Reihe „Feature“, jeweils am 2. und 5. Mittwoch um 20h und in der Wiederholung donnerstags um 13h. Die Termine findet Ihr auch im Programmheft und in Kürze auch auf unserer Website.

Autor*in

JW