In grosser Runde beginnen wir den Tag mit einem weiteren Film des Wettbewerbs, und mit einem der ganz grossen Namen in Frankreich: Bertrand Tavernier, der mit Volker Schloendorff zusammen auf der...
“Kaboom” – der Abend hat gerockt! Bumm Krawumm Bang Bang haette der Film auch heissen koennen, der in der „Seance de Minuit“ im ehrwuerdigen Palais, Salle Lumiere gezeigt wurde.
Keine grosse...
Draußen ist verdammt weit weg Philipp Kochs knallharter Knast-Psychothriller „Picco“ Von Martin Koch
„Wenn ich sterbe, komme ich in den Himmel, denn in der Hölle war ich vorher schon“. Das ist einer von vielen Schriftzügen, der die schmutzigen Wände des Jugendgefängnisses in diesem Film ziert. Was schauderhaft klingt, sind die einzigen Worte, die den jungen Insassen in ihrem trostlosen und immer wieder von schockierenden Erlebnissen durchzogenen Alltag einen Ansatz von Trost spenden. „Hör auf, an draußen zu denken! Wir sind sowieso am Arsch und können jetzt machen, was wir wollen“, sagt der länger einsitzende Marc (Frederick Lau) dem Neuling Kevin (Constantin von Jascheroff). Worte, die den durch eine Unbeherrschtheit im Suff einsitzenden Kevin zu einer furchtbaren Tat treiben werden.
Eine neue Kuh wird durchs filmische Dorf getrieben, der naechste Hype ist ausgebrochen, a Star is born, und die Spatzen pfeifen es von den Daechern: Wir haben ein neues...
Die jüdischen Einwanderer in die USA und ihre Musik
Nachdem Juden bereits im 17. Jahrhundert in den USA ankamen,
verstärkte sich die jüdische Einwanderung im 19. Jahrhundert erheblich:
Anfang
des 19. Jahrhunderts wanderten viele Juden aus Deutschland in die USA aus,
darunter viele Kaufleute und Ladenbesitzer.
Bis 1880 war die Zahl der Juden in
den USA auf 250.000 angewachsen, viele von ihnen gehörten der Mittelschicht an.
Wegen der Verfolgung in Teilen Osteuropas erhöhte sich die jüdische
Einwanderung in den 1880ern drastisch, viele neue Einwanderer kamen aus
Russland und Polen. Über zwei Million Juden kamen zwischen Ende des 19.
Jahrhunderts und 1924 an, als die Einwanderungsbestimmungen verschärft wurden.
Viele dieser Einwanderer ließen sich in New York City und seiner unmittelbaren
Umgebung nieder.
Eine Sendung der Redaktion yidishe kultur fun der alter welt
in undser velt bei Radio Unerhört Marburg und Radio X Frankfurt.
Sendetermine: Mittwoch, 26. Mai um 20 Uhr und Donnerstag,
27. Mai um 13 Uhr.
Nach dem persoenlichen Film-Hoehepunkt mit „Another Year“ von Mike Leigh (siehe Dossier Nummer 8) ist erstmal Pause und Artikelschreiben angesagt. Denn die filmischen Leckerbissen sollte man wirken...
Tag 4 beginnt gut, soviel sei schon mal verraten… Heroisch trotz der Spaetfilme kaempfen wir uns aus den Betten, ich und mein Superhelden-Sidekick Martin, und starten mit dem Bus so frueh, dass wir...
Genug der Kunst fuer heute – jetzt wird es hoechste Zeit fuer das wahre, pralle Leben – sprich: triviale Filmkost! Es gibt Geruechte ueber einen neuen Zombiefilm…Aber zuerst lande ich in einer...
Der naechste Wettbewerb-Film, und schon wieder ein Hoehepunkt:„Chongqing Blues“ („Rizhao Chongqing“) des chinesischen Regisseurs Wang Xiaoshuai ueberzeugte den ganzen Saal, das war deutlich zu...
Ein weiteres Highlight des Filmfestivals soll nicht unterschlagen werden – denn auch wenn das Ganze hier eine durch und durch elitaere Veranstaltung ist, mit strengen Hierarchien, abgestuften...
Es fuehlt sich nicht unbedingt gut an, den neuesten Film einer lebenden Regie-Legende zu zerreissen – aber zugleich erscheint es mir auch nicht statthaft, einen missglueckten Film nur deshalb zu...
Eigentlich wollte ich in wenigen Stunden ja eine Kritik von "Chatroom" schreiben, einer britischen Produktion, bei der allerdings der Japaner Hideo Nakata Regie gefuehrt hat. Sehr viel mehr kann ich...
Gestern war ein recht erfolgreicher Tag. Insgesamt habe ich vier Filme gesehen. Angefangen habe ich um 11.30 Uhr mit Tournée, zu dem sich Alex und Martin ja schon geaussert haben. Danach...
35mm-Reporter Alexander Sancho-Rauschel live aus Cannes
Nach dem Monstrum Robin Hood folgte am gleichen Abend so ziemlich das Gegenteil – ein kleiner Low-Budget-Film, der an vielen Stellen spontan improvisiert wirkte und mit wenig...
Wo war nochmal der Sherwood Forest? Ridley Scott und Russell Crowe verwursten Robin Hood
Von Martin Koch
Robin Hood hat vergessen, wer er ist. Einfach so, bedingt durch ein Kindheitstrauma. Als Robin Longstride schlägt er sich im Heer von Richard Löwenherz durch Frankreich, bis ihn aus heiterem Himmel der Auftrag ereilt, die Krone seines im Kampf gefallenen Königs in die englische Heimat zurückzubringen. Gegen ihn stellt sich ein verworrener Komplex aus dem meist indisponierten Sheriff von Nottingham, dem hinterhältigen Prinzen John, dem fiesen glatzköpfigen Verräter Godfrey. So findet Robin zurück zu seinen Wurzeln, tritt in die Fußstapfen seines für sein Eintreten für die Magna Carta getöteten Vaters und bekämpft an der Seite der guten Engländer die bösen Franzosen. Aus dem Outlaw Robin wird der nationale Freiheitskämpfer Robin Loxley (denn letzterer wird zum Decknamen des vermeintlich aus niederer Abstammung kommenden Recken).
Nach zehn Minuten war Schluss Manoel de Oliveiras nervige Todesreflexion „The strange case of Angelica“
Von Martin Koch
Der junge Fotograf Isaac wird in das Haus einer wohlhabenden und traditionell katholischen Familie gerufen. Dort soll er die gerade verstorbene Tochter fotografieren. Doch bei der zweiten Aufnahme öffnet die schon vorher genüsslich lächelnde junge Frau die Augen und zwinkert Isaak zu. Das hat ausser dem jungen Mann natuerlich niemand gesehen, doch auch nach dem Entwickeln des Bildes laesst Isaac seine scheinbar zum Leben erwachte Angelica nicht mehr los.
Der (in)diskrete Charme der Spontaneität Mathieu Amalrics Regiedebut „Tournee“ im Wettbewerb
Von Martin Koch
Wettbewerbsfilme in Cannes sind besondere Filme, in denen grosse Regisseure ganz neue Ideen kombinieren, um in den Monaten nach dem Festival das Kino und die Preisverleihungen zu dominieren. So war es zumindest letztes Jahr, als „Inglorious Basterds“, „Zerrissene Umarmungen“, „Un Prophete“ oder „Das weisse Band“ hier Premiere hatten. An solchen Schwergewichten gemessen ist Mathieu Amalrics „Tournee“ ein sehr ungewöhnlicher Wettbewerbsfilm. Nicht weil er künstlerisch nichts zu bieten hätte, sondern weil er seine Mission, der erotisch-avantgardistischen „New Burlesque“ ein Denkmal zu setzen statt mit durchgestylten Sequenzen mit einfachsten Mitteln angeht.
35mm-Reporter Alexander Sancho-Rauschel live aus Cannes
Das zweite Jahr in Cannes... Zuhause regnet es seit Tagen... aber wie es sich gehoert, scheint die Sonne ueber der Croisette, damit es keine Wasserflecken auf den schwarzen Anzuegen...
Mittlerweile bin ich seit 24 Stunden in Frankreich. Die Anreise gestaltete sich trotz des isländischen Vulkans, der am Sonntag wieder diverse Flughäfen lahmlegte, erstaunlich reibungslos. Der Flieger ab Basel hob pünktlich ab und genauso pünktlich landeten wir auf dem Flughafen von Nizza. Eine halbe Stunde nach der Landung stand ich bereits an der Bushaltestelle um den Linienbus nach Cannes zu nehmen. Doch Willkommen in Frankreich! Der Bus, der auch bloß mit einer halben Stunde Verspätung ankam, fuhr einfach vorbei: „complet“ – voll. (Dabei sah er gar nicht übermäßig voll aus :-/)