Die Stadträtin von Porto Alegre Atena Beauvoir im südlichsten Bundesstaat Rio Grande do Sul berichtet auf der Website der sozialistischen Partei PSOL von einer Reihe transfeindlich motivierter Todesdrohungen und dem Angriff mit einer Feuerwaffe auf ihre Person. Deshalb trägt Beauvoir inzwischen täglich eine kugelsichere Weste bei öffentlichen Anlässen. Zuvor mußte sie sich dafür jedoch eine Genehmigung der Abteilung für Waffen, Munition und Sprengstoffe einholen. Das Vorgehen entspricht den nationalen Vorgaben des Programms zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen. Zudem sah sich Beauvoir gezwungen, nun bereits zum dritten Mal umzuziehen. Die Bedrohungslage wird außerdem von der Polizei untersucht. Beauvoir bestätigt jedoch, daß sie sich auf die Unterstützung ihrer Parteigenoss*innen verlassen könne.
Die Gefahr für Leib und Leben ist nicht von der Hand zu weisen: In Brasilien wird immer wieder von transfeindlich motivierten Morden berichtet. Und diese nehmen gerade zu: Das Klima des Hasses, der Entmenschlichung und der Gewalt von Seiten der extremen Rechten wird über soziale Medien verbreitet. Die Drohungen stellen eine Eskalation der geschlechtsspezifischen politischen Gewalt dar. Beauvoir bestätigt dies: “In meinem politischen Leben wurde ich noch niemals derart bedroht”.
“Eine demokratisch gewählte Transfrau zu bedrohen, ist auch ein Angriff auf das Recht auf politische Teilhabe und die Demokratie selbst” heißt es in der Stellungnahme der sozialistischen PSOL. Diese solidarisierte sich in einem Statement mit der betroffenen Stadträtid und bekräftigt die Notwendigkeit polizeilicher Untersuchungen um die Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen neben dem politischen Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt.
Dennoch kann die Gewalt gegen Beauvoir nicht ausschließlich als Teil des politischen Diskurses betrachtet werden.
Beauvoir bleibt derweil standhaft bei ihrem Mandat in der Verteidigung einer gerechteren Gesellschaft: “Laßt uns den Haß besiegen!”
