Lobby Control über die Experimente des Lobbykonstrukts EUGT: "An dem Fall sieht man, wie die Wissenschaft in Beschlag genommen wird"

"An dem Fall sieht man, wie die Wissenschaft in Beschlag genommen wird"

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VW is so sorry - Subversive Kunst von Brandalism in Paris
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Autonomes Medienkollektiv/Indymedia Linksunten
Ende Januar wurden die dubiosen Experimente mit Dieselabgasen bekannt, die ein Lobbykonstrukt der Automobilindustrie namens Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (kurz EUGT) an Affen und Menschen durchführte.

Die Automobilindustrie hat sich gleich nach den Enthüllungen von den ethisch umstrittenen Forschungsprojekten der EUGT distanziert, die sie ja selbst ins Leben gerufen hatte. Volkswagen hat – wie schon beim Skandal um das Abschalten der Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen – einzelne Mitarbeiter für verantwortlich erklärt. Vergangene Woche hat die VW-Konzernspitze den angeblich freiwilligen Rücktritt ihres Cheflobbyisten angenommen.

Die Organisation Lobby Control fordert, die Bundesregierung müsse den Lobbyismus der Automobilindustrie endlich besser kontrollieren. Matthieu hat vergangene Woche mit Sebastian Meyer, dem Sprecher von Lobby Control über die neuen Erkenntnisse im Dieselskandal gesprochen, und was diese Art von Lobbyismus an Problemen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft verdeutlicht. Er hat ihn zunächst gefragt, ob die Distanzierung und der Rücktritt des Cheflobbyisten reichen, um zu beweisen, dass die übrige Konzernspitze nichts mit den unethischen Forschungsprojekten zu tun hatte.