Im Sommer 2026 machte die US-Regierung unter Donald Trump noch einmal deutlich, dass sie die Monroe Doktrin fortsetzen will. Mit dieser hatten die USA 1823 ihren hegemonialen Anspruch auf Lateinamerika formuliert (Trump selbst spricht in Anlehnung an seinen Vornamen von der „Donroe-Doktrin“…). Bereits jetzt nehmen die USA in Lateinamerika Einfluss auf Wahlen und verstärken ihre militärische Präsenz im Pazifik und der Karibik. Nach Angriffen auf vermeintliche Drogenboote folgte im Januar 2026 die Entführung von Venezuelas Staatschef Nicolas Maduro. Bald könnte die nächste Eskalation folgen: Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte zuletzt an, gemeinsam mit der kolumbianischen Rechts-Regierung militärisch gegen bewaffnete Gruppen im Land vorzugehen.
Die Gewalt in den Ländern Lateinamerikas wird durch diese US-Politik zunehmen, ein wie auch immer gearteter Frieden eher unwahrscheinlicher. Südnordfunk-Redakteur Christian Conde hat mit dem Journalisten und Autor Tobias Lambert gesprochen. Er hat vor kurzem das Buch „Zurück in den Hinterhof-Die USA und Lateinamerika“ veröffentlicht und beleuchtet darin Geschichte und Gegenwart der US-Lateinamerikapolitik.

