RDL präsentiert: The Hormones - am 11.9. live im Jazzhaus

RDL präsentiert: The Hormones - am 11.9. live im Jazzhaus

Gegründet haben sich die Hormones 2013 auf dem Campus des Sichuan-Konservatoriums in Chengdu, an dem die vier jungen Frauen Komposition bzw. die jeweiligen Instrumente studiert haben. Sie hatten einen kurzen Fernsehmoment des Ruhms, doch ihre Teilnahme an dem populären „China Song Contest“ führte zu einer bewußten Ablehnung ihres Images als weibliche Musikerinnen in den traditionellen Medien. Man nennt es glaube ich Feminismus.

2016 entschieden sie sich dafür, einen anderen Weg einzuschlagen, einen Weg in die Unabhängigkeit und in Richtung besonderer musikalischer Qualität. In dieser Zeit unterschrieben sie einen langfristigen Vertrag mit einem der renommiertesten chinesischen Managements und Labels, mit FakeMusicMedia und FakeLoveMusic.

2018 erschien ihr Album „Beckon“, an dem sie lange im Studio gearbeitet haben – mit Tim DeWit, dem früheren Produzenten von Gang Gang Dance, der unter dem Moniker Dutch E Germ auch für WARP arbeitet, und mit Esben Valloe von Reptile Youth. „Beckon“ wird diesen Sommer auch international veröffentlicht werden.

Die Lyriks sind sozial engagiert und setzen sich mit der urbanen Topographie ihrer Heimatstadt Chengdu auseinander – der Stadt mit dem besonderen Lebensgefühl. Sie erzählen mit musikalischen Mitteln Geschichten vom Aufwachsen in dieser besonderen Stadt, und von den aktuellen Entwicklungen in Chengdu und in China. Sie verbinden Angst-getriebene Gitarrensounds mit melancholischen Melodien, sie errichten experimentelle elektronische Klanglandschaften und mischen diese mit Gesang, der sich extremer Schreie ebenso bedient wie gepflegten „Croonings“.
Wer unbedingt musikalische Einsortierungen benötigt, wird an die frühe Patti Smith erinnert werden, an Riot Grrl, also Bikini Kill oder Le Tigre oder Sleater Kinney.
Doch musikalisch leben wir – und The Hormones sowieso! – längst in anderen Zeiten, ein früher Einfluß war zum Beispiel LCD Soundsystem. Und es ist sicher kein Zufall, daß das einzige Cover ihres Albums ein Song von PJ Harvey ist.

Diese formidable Band hat eine völlig eigene musikalische Sprache entwickelt, die sie in ihren klugen, exaltierten und mitreißenden Live-Shows auf die Bühne bringt.