So war Jan Garbareck beim ZMF

So war Jan Garbareck beim ZMF

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Quelle: 
Aagard

Das Konzert am 31. Juli von Jan Garbarek Group auf dem ZMF war ein Erlebnis! Der wortkarge Meister des Saxophons Jan Garbarek überzeugte ein begeistertes Publikum mit einer Bandbreite an Tönen, die nach wie vor einzigartig ist. Die Band spielte in wunderbarer Weise zusammen, wobei Ton-Dialoge in Zweier-Besetzung als auch Soli und das gemeinsame Spiel als Gruppenganzes beeindruckend waren. Wer sagt, dass alte Männer keine Power haben? Der spinnt! Hört man dem Hexenmeister der Percussion am Schlagzeug zu - gemeint ist Trilok Gurtu aus Indien - so reißt einen das einfach mit. Er überrascht auch durch unvorhergesehene Skat-Gesänge und Spielereien wie die mit dem Wassereimer, aus dem er es mit Hilfe einer Muschelkette  regnen lässt - zumindest akustisch. Dass er das Publikum gern mit noch mehr Wasser beglücken würde, wird von allen freudig registriert. Auch Rainer Brüninghaus am Piano erntet wegen seines vielseitigen Spiels Begeisterungsstürme. Von dem neu hinzu gekommenen brasilianischen Bassisten Yuri Daniels ist mir vor allem sein hervorragendes Solo und seine entspannte Bühnenpräsenz in Erinnerung geblieben. Zum Schluss noch eine Mitmachaktion - rythmisches Klatschen - mit kleinen  Verwirrspielchen von Trilok Gurtu: Alle sind hin und weg. Die Band wird mit Standing Ovations gefeiert und ich mache mich beglückt auf den Heimweg durch eine immer noch warme Sommernacht.

Von Ingrid W.