Stuttgart 21: Weiterbau mit „wertlosem“ Gutachten durchgesetzt

Stuttgart 21: Weiterbau mit „wertlosem“ Gutachten durchgesetzt

Was renommierte Fachleute schon immer beklagten: Der Stresstest im Jahr 2011 war manipuliert. Das Testat ("Audit") von SMA, der Test sei korrekt durchgeführt worden, war lediglich eine Gefälligkeitsaussage für den Auftraggeber Deutsche Bahn. Jetzt wurde bekannt: SMA-Verantwortliche wussten, dass die Bahn getrickst hatte: 49 Züge pro Spitzenstunde können auf den 8 Gleisen des Tiefbahnhofs nicht wirklich gefahren werden – sie passen lediglich rechnerisch hinein. Mit Wegfall des Nachweises der Leistungsfähigkeit ist damit die zentrale Legitimation für das Projekt entfallen.

Wegen dieses Betrugs kam es zum Weiterbau, obwohl nach dem Ergebnis der „Schlichtung“ unter Heiner Geißler S21 nur bei nachgewiesener Leistungsfähigkeit gebaut werden durfte. Auch für die nachfolgende Volksabstimmung war die Leistungsfähigkeit das entscheidende Kriterium. Unmittelbare Folge des nicht legitimierten Weiterbaus ist ein Milliardenschaden bei den Projektpartnern Land, Stadt, Region und Flughafen.

Den Betrug ans Tageslicht gebracht hat der Filmemacher Klaus Gietinger mit seinem am Montag uraufgeführten Kurzfilm „Die sieben Todsünden von Stuttgart 21“, frei abrufbar unter: https://youtu.be/q9IXQ0L3X20. Er zeigt ein Interview mit Werner Stohler, der zerknirscht sein Fehlverhalten eingesteht. Nach dem früheren Bahnchef Heinz Dürr und dem ehemaligen Amtschef im Landesverkehrsministerium Hartmut Bäumer ist Stohler schon der dritte Rentner, der über Manipulationen bei S21 auspackt.

Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses, ergänzt: „Bei S21 wurden über Jahrzehnte Lügen eingesetzt, aufrechterhalten und fortgeschrieben. Zu wenig haben auch viele Medien nachgehakt. In Zeiten, in denen unsere Demokratie massiv gefährdet ist, trägt Vertuschung zur Staatsverdrossenheit bei.“  Mit Dieter Reicherter sprach Konrad.

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kg