Der Handel mit Emissionszertifikaten soll helfen, den Klimawandel zu bremsen. Unternehmen können dabei Zertifikate kaufen, um ihre Emissionen auszugleichen. Doch funktioniert dieses System wirklich? Die Zertifikate sind das handelbare Produkt etwa von Aufforstungsprojekten, die oft im Globalen Süden angesiedelt sind, wo Land knapp ist. Der Beitrag zeigt, welche Probleme der CO₂-Handel mit sich bringt, welche Rolle die Klimapolitik der EU spielt und warum die Interessen von Politik, Unternehmen und betroffenen Gemeinden oft auseinandergehen. Wirksamer Klimaschutz hängt nicht nur von technischen Lösungen ab, sondern auch von fairen Regeln und Mitbestimmung.
Im Rahmen unsere Medienpartnerschaft mit dem Witness Radio Uganda ist ein 30-minütiger Hörbeitrag über die Wenn und Abers des internationalen Emissionshandel entstanden. Darin begeben sich Eunice Nangobi und Tim Dammann auf eine Spurensuche zwischen Kohlenstoff-Bilanzen, Landkonflikten und globaler Gerechtigkeit. Der Beitrag SAUBERE LUFT ERNTEN legt die Dimensionen von Macht zwischen den beteiligten Akteuren offen.
Links zur Recherche - Emissionshandel und Landrechte
- Das World Resource Institute fordert neben Transparenz für Carbon Capture Projekte, die Emissionszertifikate abwerfen, auch einen Beitrag zum Klimaschutz der jeweiligen Region leisten sollten.
- Die Organisation Carbon Market Watch befasst sich mit dem Fall eines Emissionszertifikatsprojektes im Weidegebiet der Masai (Joint Venture Volkswagen und Soils for the Future Tanzania (SftFTZ) einem
- Das Öko-Institut legt in seinem Policy Brief »Conditions for Using International Carbon Credits towards the EU's 2040 Climate Target« dar, unter welchen Bedingungen internationale Emissionsgutschriften das EU-Klimaziel 2040 überhaupt ergänzen dürften, ohne es zu untergraben.
- Eileen Wakesho fordert in einem Meinungsbeitrag für The Africa Report, dass afrikanische Carbon-Märkte klare gesetzliche Leitplanken brauchen, um allen Beteiligten gerecht zu werden.
- Die Organisation Namati berichtet über die Unterzeichnung eines wegweisenden Carbon-Abkommens zwischen der Africa Conservation Initiative und Fischereigemeinden in Sierra Leone.
- Das Grassroots Justice Network, dem auch Namati angehört, stellt die sechs Carbon Justice Principles im Detail vor, auf die sich David Arach und Eileen Wakesho in der Sendung beziehen.
- Misereor berichtet gemeinsam mit FIAN, Survival International und weiteren Organisationen über die Studie zu den Maasai-Carbon-Projekten und zitiert Roman Herre mit der Forderung nach einem sofortigen Stopp der Projekte.
- Namati erläutert, wie ihre Arbeit auf zwei wegweisenden Gesetzen aufbaut: dem Kenya Community Land Act (2016) und dem Customary Land Rights Act in Sierra Leone (2022) – den rechtlichen Grundlagen hinter den Fällen von David Arach und Daniel Sesay.
- Namati zeigt in einer aktuellen Videoreportage die konkrete Verhandlung zwischen der Africa Conservation Initiative (ACI) und den Bonthe-Gemeinden in Sierra Leone – inklusive Ausschnitten aus dem tatsächlichen Verhandlungstreffen um die Beteiligung an den Einnahmen.
- CIFOR untersuchte den Einsatz für die Rechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften im Rahmen von REDD+ in der Demokratischen Republik Kongo - mit dem Hinweis, dass diese den Erfolg der Unternehmen nicht teilen. Es brauche gesetzgeberische Bemühungen, um die Rechte lokaler Gemeinschaften zu wahren.

