"Bildung heute" - Die aktuelle Reihe der Samstags-Uni im WiSe 2019/20: Aleida Assmanns Vortrag zu Kultureller Bildung am 25. Januar 2020

Aleida Assmanns Vortrag zu Kultureller Bildung am 25. Januar 2020

Aleida Assmann - vielfach ausgezeichnete und prämierte Literaturwissenschaftlerin, Anglistin und Ägyptologin - wurde der breiten Öffentlichkeit spätestens bekannt durch ihre interdisziplinäre kulturanthropologische Auseinandersetzung mit dem Themenschwerpunkt kulturelles, kollektives Gedächtnis für die deutsche Bevölkerung, dem Erinnern und Vergessen des Holocaust in der deutschen Gesellschaft. Als Erinnerungsexpertin plädiert sie im Rahmen einer adäquaten Erinnerungskultur und Erinnerungsgestaltung dafür, den 08. Mai als Ende des 2. Weltkriegs als europäischen Gedenktag einzuführen.

Am 25. Januar 2020 teilte sie ihre Überlegungen bzw. Forschungsergebnisse zu Bildung und kultureller Bildung mit dem zahlreich erschienenen Freiburger Publikum. Unter kultureller Bildung versteht sie ein Identitätswissen, das sich auf einem kulturellen Selbstverständnis gründet. Kulturelle Bildung - in z.B. Texten wie der Bibel manifestiertes Kulturgedächtnis bzw. Erbgut, das in neuen Medien, Literatur, Filmen etc. widerhallt: Mitgift bzw. Hypothek des Kollektivs, das ans Individuum weitergegeben wird.

Kulturelle Bildung demgegenüber, betont Assmann, sei das, was das Individuum daraus mache, was der Einzelne im Lebensvollzug brauche. Vor allen Dingen sei Kulturelle Bildung kein Luxusartikel, vgl. Art. 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zur "Freiheit des Kulturerbes".