"Michael Brand wird als Bundesbeauftragter gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland die Mitglieder der Kommission auswählen und ernennen", heißt es weiter. Brand sprach vergangene Woche beim Bundeskongreß "Von, mit oder über Sinti* und Roma*? Antiziganismuskritische Perspektiven in der Medienbildung" des Kooperationsverbunds gegen Antiziganismus in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Sinti & Roma – Landesverband Rheinland-Pfalz im Landtag in Mainz und hörte auch die Vertreter*innen der Selbstorganisationen der Minderheit an.
Noch 1952 wurde die Klage von Überlebenden des Porajmos abgewiesen mit der Begründung, die Menschen seien rechtmäßig ins KZ gekommen, da sie als kriminell galten. Erst 1982 wurde der Genozid an Sinti und Roma anerkannt. Die strukturelle Diskriminierung jedoch geht weiter: Am Arbeitsplatz, bei der Wohnungssuche, in der Schule. Sinti Kinder kommen z.B. auch heute noch übermäßig oft ohne Begründung in Förderschulen. Mit bestimmten Adressen oder Nachnamen ist es schwieriger, eine neue Wohnung oder einen Arbeitsplatz zu finden. Betroffene berichten von unzähligen Fällen struktureller Diskriminierung.
"Die Kommission wird mit Mitteln des Beauftragten durch eine Geschäftsstelle bei der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) unterstützt."
Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Teilhabe von Sinti und Roma und der Aufarbeitung der sogenannten "zweiten Verfolgung" nach 1945. Die Frage ist nun natürlich, wen der Bundesbeauftragte als Mitglieder der Kommission auswählen und ernennen wird. Hoffen wir das Beste!

