Am 11. März fand im Haus Weingarten eine Veranstaltung der Roma/Sinti Geschichtswerkstatt Freiburg, der MIA e.V. (Melde- und Informationsstelle Antiziganismus, Berlin), des Sinti Vereins und des Roma Büros mit dem Titel "Staatenlos - heute" statt. U.a. sprach der 1968 als Sohn von NS-Verfolgten geborene Freiburger Sinto Friedrich Reinhardt. Wie jede (r ) in ein KZ oder Arbeitslager deportierte Roma/Sinti sowie Jude verloren seine Eltern im Nationalsozialismus die deutsche Staatsangehörigkeit. Obwohl es im Grundgesetz Paragraph 116 Absatz 2 heißt: "Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern. Sie gelten als nicht ausgebürgert, sofern sie nach dem 8. Mai 1945 ihren Wohnsitz in Deutschland genommen haben und nicht einen entgegengesetzten Willen zum Ausdruck gebracht haben", gestaltet sich die Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft für die beschriebenen Personen im Einzelfall immer wieder sehr schwierig. Eindrücklich schilderte Friedrich Reinhardt, wie sehr die Staatenlosigkeit seinen Alltag erschwert.
Ein Mitarbeiter der Freiburger Staatsangehörigkeitsbehörde, der ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm erklärte, dass sie gerade dabei seien, sich um solche Fälle, wie den von Friedrich Reinhardt zu kümmern. Alexander Cramer von der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus erklärte, dass es in Freiburg wenigstens ansprechbare und aufgeschlossene Mitarbeietr bei der Verwaltzung egbe, das sei in anderen Städten noch viel schlimmer. Aus Sicht der Betroffenen, das wurde am Abend klar, dauert aber auch in Freiburg, alles weiterhin vel zu lange. Wir werden weiter über das Thema berichten. (FK)

