Am 26. Mai verwies im St. Georgener Freibad ein Bademeister eine Gruppe Freiburger Sinti des Bades, nachdem es mit minderjährigen Mädchen eine Diskussion um die richtige Badebekleidung gegeben hat. Obwohl ihre Baderöcke aus Material war, das üblicherweise für Schwimmbekleidung verwendet wurde, störte er sich offensichtlich an dieser Badebekleidung. Dabei heißt es in der Badeordnung lediglich: „In den Bädern ist Badekleidung aus geeigneten Badetextilien ohne Baumwollanteil zu tragen. Hierzu zählen auch enganliegende Burkinis sowie Sonnenschutz-Badetextilien.“ Die Betroffenen waren zuvor teilweise viele Jahre mit solchen Badekleidern ins Schwimmbad gegangen. Zum Konflikt am 26. Mai ist in einer Stellungnahme der Regio Bäder von einer Eskalation die Rede, die ihre Fortsetzung darin gefunden habe, dass „ein einzelner Bademeister von mehreren Personen zeitweise eingekreist wurde und in der damit einhergehenden Konversation seitens einzelner Badegäste drohende Formulierungen verwendet wurden.“ Was in der Stellungnahme nicht steht, ist, dass es nach der glaubwürdigen Schilderung der aus dem Bad Verwiesenen, sich bei den mehreren Personen um minderjährige, teilweise sehr junge, Mädchen handelte. Die Frage danach, ob die offizielle Stellungnahme der Regio Bäder ausschließlich auf der Schilderung des Bademeisters, der die Gruppe des Bades verwiesen hat, beruht oder ob es weitere Zeugen gab, deren Schilderungen in die Stellungnahme eingeflossen sind, wollte die Pressestelle der Freiburger Stadtbau, zuständig für die Schwimmbäder, gegenüber Radio Dreyeckland nicht beantworten. Die Situation führte dazu, das der Bademeister die Polizei rief und diese gleich mit einem Großaufgebot anrückte. Auf RDL Anfrage erklärte die Polizei, das neben mehreren Funkstreifenbesatzungen auch Einsatzfahrzeuge des Polizeipräsidiums Einsatz sowie die Hundestaffel im Einsatz waren. Strafverfahren seien keine eingeleitet worden. Es sei lediglich das Hausrecht durchgesetzt worden. Ob das große Aufgebot notwendig war? - Selbst die Pressestelle der Polizei erklärt jedenfalls: „Die Lage hatte sich beim Eintreffen der Polizei wohl beruhigt.“ Die Sinti-Gruppe, die aus dem Bad verwiesen wurde, verständigte Coralla Reinhardt vom Sinti Verein Freiburg und Leiterin der Antidiskriminierungsstelle. Ihre Intervention sorgte dafür, dass Stadtgeschäftsführer Michael Müller schnell in den Dialog eintrat und die auch ausgesprochenen Hausverbote für die Freiburger Schwimmbäder aufgehoben wurden. Diejenigen, die aus dem Bad, begleitet von der Polizei verwiesenen wurden, sind aber nicht zufrieden mit dem Stand der Aufarbeitung des Vorfalls. Wir haben nach der Vorstellung des Sinti/ Roma Diskriminierungsberichts ausführlich mit Coralla Reinhardt, einer Mutter und einer Oma der Mädchen gesprochen, deren Diskussion mit dem Bademeister die oben beschriebenen Konsequenzen nach sich gezogen haben. Mutter und Oma waren beide selber vor Ort im Schwimmbad.

