Freiburger Iran-Fahnenstreit geht weiter - Entscheidung liegt beim OB [mit Update]

Freiburger Iran-Fahnenstreit geht weiter - Entscheidung liegt beim OB [mit Update]

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Isfahan-Flagge der Linksjugend am 16.01.; Foto: RDL
Isfahan-Flagge der Linksjugend am 16.01.; Foto: RDL

Im geopolitisch brisanten Streit darüber, ob auf der Freiburger Kaiserbrücke auch eine Iran-Flagge hängen darf oder gar sollte, gibt es Neuigkeiten. Wie die Badische Zeitung (14.01.) berichtet hat der Freundeskreis Tel Aviv den Oberbürgermeister aufgefordert, die in der Nacht auf den 6. Januar entwendete Iranflagge zu ersetzen. Damit distanziert sich der Verein von der von Daniel Sander für die CDU eingebrachte Forderung keine Iranflagge mehr auf der Brücke zu hissen. In einer Anfrage an die Stadt vom 03.01. hatte Daniel Sander gefordert, die Fahne abzuhängen. Im Anschluss an den Diebstahl beschuldigte die Partei die LINKE Sander für den Diebstahl mitverantwortlich zu sein und forderte eine Entschuldigung, was Sander jedoch gegenüber RDL entschieden ablehnte.

Die Linksjugend ['solid] ist derweil selbst tätig geworden und hat am 14.01. an die Stelle des gefällten Fahnenmastes eine selbstgebastelte Flagge der Stadt Isfahan gehängt. In ihrer Pressemitteilung betont die Linksjugend, dass sie so die Städtepartnerschaft stärken möchte und bemängelt, dass die Stadt die entwendete Iranflagge bisher nicht ersetzt hat.

Auf Nachfrage von RDL gab die Sprecherin der Stadt Freiburg Edith Lamersdorf am 16.01. an, dass derzeit die Anfragen bzgl. der Fahne bearbeitet werden. Das Referat für internationale Kontakte werde einen Vorschlag erarbeiten. Die endgültige Entscheidung darüber, welche Fahne gehisst werden wird, obliege dem Oberbürgermeister Dieter Salomon. Mit einer Entscheidung sei Ende der Woche zu rechnen. Derweil würde es auch einen neuen Fahnenmast geben. Von der Aktion der Linksjugend habe die Stadt noch keine Kenntnis genommen - das Garten und Tiefbauamt werde sich jedoch mit der am 16.01. noch immer hängenden Fahne beschäftigen.

Update 17.01.: Es scheint sich ein rührendes Happy-End in dem Streit abzuzeichnen: In einem offenen Brief vom 17.01. fordert die Stadtratsfraktion der CDU den Oberbürgermeister auf, dass auf der Kaiserbrücke zukünftig, analog zu den Wappen vor dem Alten Rathaus, die Fahnen der Städte gehisst werden, mit denen die Stadt Freiburg Freundschaften oder Partnerschaften pflegt. "Wir sind davon überzeugt, dass die gegenwärtige Debatte beendet werden sollte. Mit den Fahnen der Freundschafts- und Partnerstädte hingegen könnte auf einer wichtigen Brücke der Stadt ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit den Bürgerschaften dieser Städte gezeigt werden."

Update 17.01.: Die Fraktionsgemeinschaft Unabhängige Listen (UL) hat sich der Forderung der CDU angeschlossen und begrüßt in einer PM vergnügt, dass die CDU einen Vorschlag der Linksjugend aufgegriffen habe.

Siehe hierzu: