Generalstreik in Katalonien

Generalstreik in Katalonien

Mit Straßen-, Autobahn- und Schienenblockaden hat die Bevölkerung Kataloniens am gestrigen Mittwoch für die Freilassung der inhaftierten Politiker und gegen die Zwangsverwaltung von Seiten Madrids demonstriert. Züge und der öffentliche Nahverkehr fielen weitgehend aus, Schulen und Universitäten blieben geschlossen. Die Blockaden wurden über Stunden aufrechterhalten; "es bildeten sich riesige Staus“, hieß es in einem Bericht des RDL-Korrespondenten Ralf Streck. Die spanische Nationalpolizei wendete teilweise Gewalt gegen friedlich Streikende an.

Organisiert wurde der Generalstreik von den Komitees zur Verteidigung der Republik (CDR), deren Mitglieder – Gewerkschafter, Feuerwehrleute und Angestellte – die ausgerufene unabhängige Republik Katalonien als rechtmäßig betrachten. Sie fordern auch die sanktionsfreie Rückkehr von Regierungschef Puigedemont und seiner vier Minister aus Brüssel. Dieser kündigte derweil eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an, wo Spanien schon mehr als einmal wegen Folter verurteilt wurde. Madrid will weiterhin das Auslieferungsgesuch für die fünf Exilierten, welches Belgien wahrscheinlich ablehnen wird.

Der Präsident der Katalanischen Nationalversammlung rief dazu auf, „am Samstag auf der Großdemonstration alle bisherigen Proteste zu übertreffen“.

Am 21. Dezember soll in Spanien wieder gewählt werden.