Interview mit Andrej Hunko: "Ich habe noch nie erlebt, dass eine Wahlbeobachtung von der Polizei so behindert wurde"

"Ich habe noch nie erlebt, dass eine Wahlbeobachtung von der Polizei so behindert wurde"

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Diyarbakir, Schuhputzer warten auf Kundschaft, 2012
Quelle: 
eigenes Foto, jk

Erdogan hat sein Präsidialsystem vom Volk mit knapper Mehrheit genehmigt bekommen. Aber sollte er wirklich den WählerInnen danken und nicht viel mehr der Wahlkommission, die beim Beginn der Auszählung urplötzlich eine umstrittene Entscheidung traf? Radio Dreyeckland sprach mit dem Bundestagsabgeordneten, Andrej Hunko (Die Linke). Hunko war als Wahlbeobachter im Auftrag des Europarates und auf Einladung der türkischen Regierung als Wahlbeobachter in Diyarbakir und Mardin. Es war nicht das erste Mal, dass Hunko Wahlen beobachtet hat, auch in was demokratische Gewohnheiten betrifft kritischen Staaten. Aber so etwas wie diesmal in der Türkei habe er noch nicht erlebt, meint Hunko.

Ann einer Stelle reißt die von Verbindung zu Hunkos Handy ab, als er gerade dabei ist, in Diyarbakir in ein Flugzeug zu steigen. Wahrscheinlich war er gerade dabei, auf eine Entscheidung der Wahlkommission von 2014 hinzuweisen. Damals hatte die Wahlkommission eine Wahl in Bingöl annulliert, weil die Unterlagen nicht ordnungsgemäß gestempelt waren. Diesmal fand die Wahlkommission dies in der ganzen Türkei unbedenklich.