Femizid in Heppenheim: Lebenslang für Täter

Lebenslang für Täter

Weil sie aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen wollte und einen anderen Mann kennengelernt hatte, ermordete ein Mann aus Heppenheim seine geschiedene Ehefrau vor den Augen der Kinder. Das Darmstädter Landgericht hat ihn am Montag zu lebenslanger Haft verurteilt.

Vor knapp einem Jahr hat ein 57-jähriger Mann seine Exfrau mit mehreren Messerstichen getötet. Das Gericht sah die niedrigen Beweggründe - ausschlaggebend für Mord - belegt. Der Mann habe aus Besitzdenken heraus getötet. Der Vorsitzende Richter sah außerdem den "unbedingten Willen zur Vernichtung" bei dem Täter.

Das Tragische an dem Fall ist, daß die Frau hatte sich den Tag freigenommen hatte, um einen Platz im Frauenhaus zu bekommen.

Die tagesschau verlinkt unter dem Artikel Hilfsangebote im Überblick, z.B. den Verein T.o.B.e (Toxische Beziehungen überwinden) bei partnerschaftlicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Leider wissen wir alle, daß die Strukturen unterfinanziert sind; daß es zuwenig Plätze in Frauen*häusern und viel zuwenig Therapieplätze für Kinder und Jugendliche gibt; daß Täter*arbeit vernachlässigt wird - kurz: die Istanbul Konvention wird in der Bundesrepublik nicht umgesetzt. Leider besagen die Statistiken auch, daß Überlebende die toxischen Muster reproduzieren und damit in ihrem weiteren Leben potentiell sowohl zu Opfern als auch zu Täter*n werden. Was es braucht sind Strukturen, die präventiv wirken; Behörden, die kooperieren; - die vielbeschworene elektronische Fußfessel kann hier lediglich als eines von vielen Rädchen im System gesehen werden -; Betroffene, die ernstgenommen werden.

Autor*in

dm