Monopole im Supermarkt: Machtverschiebung auf dem Weg vom Acker zum Verbraucher

Machtverschiebung auf dem Weg vom Acker zum Verbraucher

Die Schere zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen geht immer weiter auseinander. Die vier Supermarktgiganten Edeka, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, Rewe und Aldi teilen sich über 85 % des Marktes. Damit gerät die Landwirtschaft unter Druck, was zu höheren Preisen im Laden führt. Das belastet gerade einkommensschwache Haushalte besonders und gefährdet den sozialen Zusammenhalt.

Auch die Monopolkommission kommt zu einem ähnlichen Urteil. „Was in Deutschland auf den Tisch kommt, hängt an der Marktmacht von nur vier Supermärkten. Die Rechnung zahlt die Landwirtschaft – und wir Verbraucher*innen. Die Macht der Supermärkte ist ein Fall für das Bundeskartellamt: Sie muss zeitnah eine Sektoruntersuchung durchführen und auch strukturelle Maßnahmen wie eine Entflechtung dominanter Konzerne in den Blick nehmen“, so Steffen Vogel, Referent für Menschenrechte in Lieferketten von Oxfam Deutschland kommentiert die Entscheidung des unabhängigen Beratungsgremiums der Bundesregierung.

Große Supermärkte könne so starken Druck auf ihre Lieferanten ausüben und Preise drücken. Maja Volland, Referentin für Wirtschaft und Menschenrechte beim Forum Fairer Handel fordert: „Bundesregierung und Behörden müssen stärker gegen unlautere Handelspraktiken vorgehen, sonst werden immer mehr kleinere Lebensmittelhersteller und Kleinbäuer*innen aus dem Markt gedrängt. Wir brauchen zudem ein Gebot kostendeckender Einkaufspreise.”

Auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft machte im August 2025 auf schlägt bezüglich der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union weitreichende Maßnahmen zur Marktorganisation vor. Darunter Preise oberhalb der Anbaukosten als Pflicht für Erzeugende und Aufsicht über Verträge auf genossenschaftliche Betriebe ausweiten. „In Preisverhandlungen gegenüber der mittlerweile stark konzentrierten Verarbeitungsindustrie und des Lebensmittelhandels ist die Position von Bäuerinnen und Bauern in der Wertschöpfungskette nicht stark genug, um kostendeckende Preise durchsetzen zu können. Die Konzentrationszunahme durch weitere Fusionen, wie vor allem aktuell die Fusion der Molkereigenossenschaften Arla und DMK, bewertet die AbL daher vor diesem Hintergrund als besonders problematisch“, so die AbL in ihrer Stellungnahme zu einer Gesetzesänderung der Europäischen Kommission.