In memoriam Dr. Hanno König: Radio Ech (deutsch) 14.11.2019 - Reisen mit dem Zug in Russland

Radio Ech (deutsch) 14.11.2019 - Reisen mit dem Zug in Russland

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Dr. Hanno König
Dr. Hanno König
Quelle: 
Svetlana Boltovska

Diese Sendung aus dem Jahre 1999 widmen wir dem im Oktober plötzlich verstorbenen Dr. Hanno König, der für mehrere Redakteure unserer Redaktion ein wichtiger Mensch und Seelenverwandter war.

Dr. Hanno König war Akademischer Oberrat und unterrichtete Deutsche Literatur an der Uni Freiburg. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, als in Westeuropa eine allgemeine Begeisterung für die Wende im Osten herrschte, ging Dr. Hanno König nach St. Petersburg und knüpfte dort Kontakte mit russischen Germanisten. Er hielt dort Vorträge zur deutschen Literatur und organisierte 1993 ein DAAD-Austauschprogramm für Studenten und Dozenten zwischen der Freiburger Universität und der Staatlichen Universität St. Petersburg. Und dieser Austausch existiert immer noch.

Hanno König war nicht nur Leiter des Austauschprogramms, sondern er und seine Frau Erika König sind für viele Studentinnen aus Russland zu ihren deutschen Eltern geworden. Ihr Haus in Staufen war ein richtiges Zuhause für unsere ehemaligen und aktuellen Redakteurinnen Sveta und Zlata sowie auch für Irina und Katja, die in den 90ern einige Sendungen beim Radio Ech gemacht haben. Und Viktoria, die Radio Ech gegründet hat, studierte noch bei Dr. Hanno König und schrieb bei ihm Hausarbeiten.

Er hatte immer einen nüchternen und kritischen Blick auf die Vorgänge in Russland und war immer daran interessiert, was dort passiert. Im Unterschied zu sehr vielen anderen ließ er sich nicht von üblichen antirussischen oder prorussischen Vorurteilen und Stereotypen leiten, und kritisierte immer wieder gern verschiedene Politiker für ihre undifferenzierte prorussische Haltung.

Hanno König spricht kurz am Anfang dieser Sendung „Reisen mit dem Zug in Russland“. Er war alle diese Jahre ein treuer Zuhörer und Freund unserer Redaktion. Wir trauern um ihn sehr und sprechen unser Beileid aus: seiner Frau Erika König, seinen Verwandten in Deutschland, in den USA und in Australien sowie allen seinen russischen Adoptivtöchtern, die in Freiburg studierten und jetzt überall auf der Welt von Sibirien bis in die USA leben und arbeiten.