Grüner Windstrom für das Hexental – das war der Wunsch eines Großteils der Bürgerinnen und Bürger aus Au und Wittnau. Nun wurde das Projekt, der Bau von zwei Windenergieanlagen auf dem Illenberg, zunächst auf Eis gelegt. Die Hintergründe sind komplex.
„Uns war von Anfang an bewusst, dass der Illenberg ein eher komplizierter Standort ist, gerade was den Bau angeht,“ erläutern die Projektierer Lukas Schuwald (Ökostromgruppe Freiburg) und Michael Klein (Badenova Erneuerbare). Im Rahmen einer Machbarkeitsprüfung ergaben nun die Daten der Windmessungen vor Ort, dass zu wenig Wind herrscht – jedenfalls um das Projekt unter den aktuellen Rahmenbedingungen wirtschaftlich umzusetzen. „Wir sind, wie bei all unseren Vorhaben, ergebnisoffen an das Projekt herangegangen. Aus Erfahrung wissen wir, dass der Windatlas Baden-Württemberg keine geeignete Datengrundlage bietet, weswegen wir selbst Windmessungen am Standort durchgeführt haben. Aufgrund der Ergebnisse können wir jetzt klar sagen: Die mittlerweile erschwerten politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen machen die Umsetzung dieses Projekts unmöglich. Mit einer EEG-Vergütung von 2024 wäre die Wirtschaftlichkeit möglicherweise noch gegeben gewesen, bei denselben Messdaten. Heute ist das schlicht unmöglich.“
Auch Bürgermeister Jörg Kindel (Au), der sich sehr für das Projekt einsetzte, wusste von Beginn an um die Herausforderungen. Dass erschwerte regulatorische und monetäre Rahmenbedingungen nun aber der Hauptgrund für die vorläufige Absage des Projekts seien, enttäuscht trotzdem: „Wir wollten aktiv zur lokalen Energiewende beitragen, zum einen, weil es der Allgemeinheit dienlich gewesen wäre, zum anderen, weil es den umliegenden Kommunen Vorteile gebracht hätte, z.B. durch die Kommunalabgabe und Bürgerbeteiligung. Wir sehen darin eine vertane Chance.“
Die Projektierer gehen sogar noch weiter: „Gerade auf Bundes, aber auch auf Landesebene wurden und werden der Energiewende immer mehr Steine in den Weg gelegt. Im letzten Jahr wurden in Baden-Württemberg erneut nur um die 30 Windenergieanlagen in Betrieb genommen – ein weiterer Negativrekord im Vergleich zu anderen Bundesländern. Eine höhere Ausbaurate wäre wichtig, um eine hohe Netzdienlichkeit und damit die Senkung der Netzkosten zu erreichen. Auch hier sehen wir eine vertane Chance.“
Alle Beteiligten hoffen, dass diese vertane Chance ein Zeichen in Richtung Bundes-, aber auch der neuen Landesregierung sein kann: Sollte der leider unwahrscheinliche Fall eintreten, dass sich die Rahmenbedingungen in den nächsten Jahren drastisch verbessern, könnte die Projektidee, so die Projektierer, wieder aufgegriffen werden.
Quelle: Ökostromgruppe
