Birgit Weyhe - Schweigen

Birgit Weyhe - Schweigen

Sendezeit: 
Dienstag, 15. September 2026 - 20:00
Mittwoch, 16. September 2026 - 13:00

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Lizenz: 
Keine (all rights reserved)
Quelle: 
avant-verlag

Birgit Weyhe im Gespräch mit Eva.

Als Folge von Diktatur und Unterdrückung wird in den meisten Ländern geschwiegen – was die Täter schützt und das Gedenken an die Opfer verblassen lässt. Die Graphic Novel Schweigen erinnert an zwei Frauen, deren Schicksale geprägt waren, vom Kampf gegen Diktatur und Unterdrückung.

Zum einen Ellen Marx, die als 17-jährige deutsche Jüdin im Frühjahr 1939 nach Argentinien emigriert. Fast vierzig Jahre später „verschwindet“ während der grausamen argentinischen Militärdiktatur ihre Tochter Nora. Für die Mutter beginnt eine lebenslange Suche, sie wird eine der für ihren Mut berühmten „Mütter der Plaza de Mayo“.

Zum anderen Elisabeth Käsemann: Sie gehört zur deutschen Nachkriegsgeneration, die sich innerhalb der Studentenbewegung politisiert. Ab 1970 studiert sie in Buenos Aires und engagiert sich in den Armenvierteln der Stadt. Auch sie wird Opfer der Militärjunta.

Statt sich für ihre Freilassung einzusetzen, schweigt das Auswärtige Amt, da wirtschaftliche Interessen und die bevorstehende Fußball-WM (1978) wichtiger erscheinen.

Im Interview spricht Weyhe darüber, wie sie diese beiden Lebensgeschichten zu einer eindringlichen Graphic Novel verwoben hat, warum politisches Schweigen selbst zur Schuld werden kann – und wo persönliches Schweigen zum Überleben notwendig ist. Sie gibt Einblick in ihre aufwendige Recherche zwischen Deutschland und Argentinien, erklärt, wie sich Unaussprechliches überhaupt zeichnen lässt, und wagt einen Ausblick auf ihr nächstes, ebenso schwergewichtiges Projekt.

Autor*in

Eva Gutensohn