Locarno Blog 2
Aus Locarno: Alexander Sancho Rauschel
Erster Tag in Locarno, erstes Mal in Locarno...
es ist immer ein verwirrendes Chaos, das auf einen einstuerzt, wenn man zum allerersten mal auf einem der grossen Festivals landet... ein Plante fuer sich, sozusagen... Wo sind die Presseraeume, wo die Kinos, wo sind Computer mit Netzanschluss, gibt es Shuttle-Busse, und wenn ja wohin, wo ist der Kaffee am billigsten oder besser noch umsonst, wo sind Klos und wo ist ein Empfang mit finanziell ueppig gestellten Sponsoren?

Happy Birthday Germany
Juliette Binoche liess ihr schoenstes Laecheln vom Stapel, und der Saal erstrahlte. Die Fotografen rannten, die Presse guckte, die Mikrofone wurden in die Hoehe gehalten. Ein Promi geht voran, und die gewuenschte Aufmerksamkeit folgt. Aber es war ein gutes Projekt, denke ich, dem die engagierte Binoche einige Minuten ihrer kostbaren Cannes-Zeit widmete.
Auf der Croisette, der prominenten Uferpromenade von Cannes, versammelt sich eine riesige Traube Menschen. Dahinter, hinter eisernen Absperrgittern und finster blickenden Sicherheitsmenschen, nochmals gut hundert Leute. Die draussen haben alle Kameras in der Hand, die drinnen auch. Aber draussen steht man auf Zehenspitzen, drinnen auf mitgebrachten kleinen Klappleiterchen, draussen sind es tragbare Digitalkameras, drinnen Monsterapparate mit riesigen Objektiven: Man sieht sofort, wo die Profis sind: Da, wo es wichtig ist, sprich: Wo nicht jeder hinkommt!