In der Presse ist die Rede vom „größten Polizeieinsatz seit dem Papstbesuch“ während des Fußballspiels zwischen dem SC Freiburg und dem Verein Maccabi Tel Aviv am kommenden Donnerstag, dem 22.01.2026. Als Grund wird seitens der Polizei eine verschärfte Sicherheitslage wegen der „politischen Lage im Nahen Osten“ genannt. Auch die israelitische Gemeinde soll mit einem „Sicherheitsteam“ vor Ort sein, um israelische Fans zu schützen. Teile der Freiburger Ultra-Szene kündigten an, dem Spiel wegen der Eingriffe in die Fankultur durch die Sicherheitsmaßnahmen Fern zu bleiben.
Ebenso besorgt zeigt sich das Freiburger Bündnis Solidarität mit Palästina. Die Fanszene des israelischen Vereins sei berüchtigt für Rassismus, Rechtsradikalismus und Gewaltausbrüche. Auch am Tag des Spiels plant das Bündnis eine erneute Demonstration, die um 16:30 Uhr am Platz der Alten Synagoge beginnt – und warnt gleichzeitig vor Übergriffen. In einer Petition wird unter anderem der Ausschluss von Maccabi-Tel-Aviv-Fans gefordert.
Auch die Petition und Kampagne gegen das Fußballspiel sind umstritten. So kritisiert der SC Freiburg den Aufruf zum Ausschluss von Fans aus Tel Aviv und verweist auf das verbindende Element des Fußballspiels. Es ginge bei dem Spiel, zu dem auch der Bürgermeister von Freiburgs Partnerstadt eingeladen ist, darum "ein Zeichen für Respekt und faires Miteinander" zu setzen. Das Freiburger Bündnis gegen Antisemitismus kritisiert eine Pauschalverurteilung israelischer Fans und sieht in der Petition einen „Boykott des israelischen Fußballs“ als „Teil einer globalen Kampagne zur gesellschaftlichen Isolation von Juden und Israelis“.
Auch innerhalb der Aktuellen Redaktion von Radio Dreyeckland wurden die Positionen des pro-palästinensischen Bündnisses kontrovers diskutiert. Redakteur*innen verwiesen auf die besondere Verantwortung Deutschlands angesichts der Shoah sowie auf einen erstarkenden Antisemitismus, der sich auch in der Kritik an Staat und Politik Israels äußern könne. Dennoch erschien es wichtig, die Position von Solidarität mit Palästina wiederzugeben. Diese erläutert ein Mitglied der Gruppe Academics for Palestine im Interview.
