Lasst mich mit eurem Fussball in Ruhe: SC Freiburg gegen Maccabi Tel Aviv: Ein Kommentar

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SC Freiburg gegen Maccabi Tel Aviv: Ein Kommentar

Das Europa League Spiel SC Freiburg gegen Maccabi Tel Aviv wird angesetzt und plötzlich interessiert sich die Palästina-Soliszene für Fussball. Ob Utrecht-Fans den Hitlergruß zeigen oder rechtsextreme Hooligans Spieler auf übelste Weise rassistisch beleidigen: Bis jetzt ist mir noch keine online petition zum Ausschluss dieser Klubs untergekommen.

Nun wird nicht nur die Absetzung des Spiels am 22. Januar gefordert, israelische Teams sollen komplett aus deutschen Stadien verbannt werden. Das bringt mich wiederum dazu, mich zu einem Fussballspiel zu äußern, obwohl mich das genauso wenig interessiert wie die Pali-Solis. Unerträglich ist in der Petition der folgende Satz:

„Der Angriff der Hamas hat nicht in einem Vakuum stattgefunden, sondern muss vor dem Hintergrund von 75 Jahren Besatzung, Unterdrückung, und der Blockade Gazas seit 2007 verstanden werden.“

Damit wird das Massaker der Hamas unter Beteiligung palästinensischer Sympathisanten am 7. Oktober 2023 „verstanden“. Die Ermordung friedlich feiernder Festivalbesucher*innen, grausame sexualisierte Gewaltexzesse, Kindermord und Geiselnahme von 250 Erwachsenen und Kindern.

Das war der Auftakt des Krieges zwischen Israel und Gaza der zehntausenden Palästinenser*innen das Leben kostete, darunter viele unbeteiligte Zivilist*innen, Kinder, Journalist*innen... Ihnen gilt mein Mitgefühl.

Es ist ein legitimes Vorgehen, Staaten, die einen Angriffskrieg führen, vom internationalen Sportgeschehen auszuschließen, wie es im Fall Russland geschieht. Man kann der ultrarechten Regierung Israels vieles vorwerfen, aber einen Angriffskrieg führen sie nicht.

Maccabi Tel Aviv ist der größte israelische Fussballverein. Unter den Fans befinden sich rechtsextreme Hooligans die rassistisch und gewaltbereit unterwegs sind. Sie sind die kleine Minderheit unter vielen Tausend friedlichen Fans, genau wie in fast allen Fussballvereinen weltweit. Ihr Rassismus und Extremismus ist zu verurteilen.

Der Freiburger Grüne Ex-Stadtrat Dr. Jonathan Ben-Shlomo ist übrigens im Vorstand von Maccabi Deutschland und auch Dauerkartenbesitzer des SC Freiburg. Es gibt  38 deutsche Maccabi-Fussballvereine. Hier spielen explizit Menschen jeder Herkunft zusammen Fussball, ob sie nun christlich, muslimisch, jüdisch, atheistisch sozialisiert sind. Die Mehrheit der Teilnehmenden ist nicht jüdisch. 

Die „Rote Karte für Israel“-Flyer, die derzeit vor dem Freiburger Stadion verteilt werden, sprechen ihre eigene Sprache. Hier geht es nicht um die Kritik an rassistischen Hooligans sondern es ist m.E. der antisemitische Reflex, der aufschnellt, sobald israelische Künstler*innen, Sportler*innen oder einfach Menschen ins Blickfeld geraten.

Ich nehme es euch außerdem übel, dass ich mich jetzt mit Fussball beschäftigen muss.

Gegen jeden Rassismus und Antisemitismus!

Kommentar: Birgit