Während Union Berlin in der Pressemitteilung vom 11. April betont, die Auswahl rein aus Gründen der fachlichen Kompetenz getroffen zu haben, kennt die Presse seitdem nur ein Thema: Das Geschlecht der neuen Trainerin. „Historisch“, heißt es da; dies sei ein „Meilenstein“; eine „Zäsur in der Bundesliga-Geschichte“; eine "Echte Revolution und "ein sehr starkes Signal, für den Fußball, den Frauenfußball, aber auch ganz grundsätzlich für Frauen im Fußball.“ Selbst in Übersee feiere die Presse die "Fußballgöttin" Eta. In den sozialen Medien hagelt es jedoch nach der Bekanntgabe sexistische Kommentare. Union Berlin hat diese klar verurteilt und zur Anzeige gebracht. Die Trainerin selbst sieht dies gelassen. „Die anonymen Anfeindungen würden laut Eta‚ eigentlich mehr über die Personen aussagen, die diese veröffentlichen‘.“ schreibt etwa sheconomy.
Soweit geht der Hype um ihre Person, dass es gar nicht so wichtig zu sein scheint, dass Union Berlin am Wochenende sein erstes Spiel unter der neuen Führung von Marie-Louise Eta verloren hat. "Wir sind natürlich enttäuscht. Es geht um Fußball, es geht nicht um mich" sagte sie der Sportschau.
Die 34jährige Marie-Louise Eta war in ihrer Fußballerinnenkarriere dreimal Deutsche Meisterin und Champions-League-Siegerin bevor sie mit 26 Jahren verletzungsbedingt ihre Spielerinnenlaufbahn beendete. Seitdem sitzt sie auf der Trainer*innenbank – u.a. war sie bereits Co-Trainerin bei Union Berlin und der Junioren U19.
Die frühere deutsche Nationalspielerin Célia Šašić betont bei T-online: "Mir ist wichtig, dass solche Entscheidungen irgendwann ganz selbstverständlich werden – nicht, weil sie als historisch gelten, sondern weil sie sportlich und fachlich überzeugen."
Dito.
(dm)
