|
Der BSD e.V. (Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen) war eine Selbstorganisation von Sexarbeitenden und bestand mehr als 25 Jahre. Stolz blickt der Verband zurück "auf aktive politische [..]arbeit mit eigenen Seminaren, individueller Beratung und Unterstützung, vielfältigen Kampagnen, gemeinschaftlichen Aktionen und Demonstrationen und politischer Kommunikation und Information auf allen Ebenen." Als Grund für die Auflösung nennen die Aktivist*innen eine Überlastung Einzelner: "In einem zunehmend polarisierten Umfeld, das von pauschalen Forderungen nach Verboten geprägt ist, haben unsere Aktionen Enormes geleistet. Ein solcher Dauereinsatz erfordert jedoch eine breite, dauerhafte aktive Unterstützung der gesamten Branche. Da die Last dieser politischen Arbeit zuletzt auf zu wenigen Schultern ruhte, ist der Punkt erreicht, an dem wir als Verband die Reißleine ziehen müssen. Wir übergeben nun die Verantwortung an die gesamte Branche zurück – in der Hoffnung, dass neue, breitere Allianzen den Kampf weiterführen." Der letzte Newsletter kam am September 27. "Innerhalb der nächsten vier Wochen löschen wir – entsprechend der EU-DSGVO – alle E-Mail-Adressen." Die Website wird nur noch für kurze Zeit online sein. Auf der Homepage heißt es: "Wir waren der erste Verband der Sexarbeit in Deutschland mit Sexarbeiter*innen, Bordellbetreiber*innen und Unterstützer*innen als Mitglieder." Der Bundesverband setzte sich unter anderem ein gegen Stigmatisierung und Slutshaming, gegen die Einführung des sog. Nordischen Modells, führte Umfragen durch und evaluierte das Prostituiertenschutzgesetz. "Vielen herzlichen Dank!" sagen sie zum Abschied den vielen treuen Weggefährt*innen, Mitstreiter*innen und Unterstützer*innen sowie natürlich den Mitglieder*innen. "Ihr wart Klasse, und ohne euch, hätte die jahrelange Arbeit nur halb so viel Spaß gemacht. Hoffentlich wird die Auflösung als Signal verstanden, dass Rechte und Schutzräume in Zukunft von jedem Einzelnen aktiv verteidigt werden müssen. Mit Datum 25.08.2026 wurde der BSD vom Amtsbericht Charlottenburg als erloschen eingetragen! Dir wünschen wir weiterhin viel Erfolg, Spaß und gute Geschäfte!" |
|
Die letzten Kampagnen:
Weitere Selbstorganisationen von Menschen in der Sexarbeit und Erotikbranche: |

