Die Niederlande könnte erstmals Sexarbeit kriminalisieren

Die Niederlande könnte erstmals Sexarbeit kriminalisieren

Sexarbeiterinnen in den Niederlanden ohne sogenannte "Bordelllizenz" könnten bald eine Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten riskieren; das sieht das Gesetz zur Regulierung von Prostitution (WRP) vor. Das Parlament stimmt über den Gesetzesvorschlag noch vor Ende des Jahres ab. Die meisten Parteien haben ihre Unterstützung bekundet.
Oft bleibt Sexarbeiter_innen in den Niederlanden keine andere Wahl als ohne Lizenz – welche mit repressiven Regulatorien und finanzieller Ausbeutung verbunden ist – zu arbeiten, weil die Kommune die Herausgabe selbiger verweigern. Hinzu kommt, daß im Laufe des letzten Jahres 40% der Bordelle in Holland aufgrund von Gendrifizierung schließen mußten, es also gar nicht genügend "legale" Arbeitsplätze gibt. Sexarbeiterinnen sind schon jetzt zunehmend Repression durch die Polizei ausgesetzt, die beispielsweise ohne Erlaubnis ihre Wohnungen betritt und sie über ihr Sexleben befragt.

Auch die Bundesrepublik Deutschland plant mit dem sogenannten "Prostituiertenschutzgesetz" eine Zwangsregistrierung von Sexarbeiterinnen, was das Ende der Anonymität und so auch eine zunehmende Stigmatisierung bedeuten würde. Das Gesetz soll noch diesen Herbst verabschiedet werden.
In den Niederlanden werden nun Briefe von Betroffenen und Unterstützer_innen an das Parlament gesandt.