Lorenz von Sea Watch im Interview: "Die Zivilgesellschaft reißt das Ruder herum"

"Die Zivilgesellschaft reißt das Ruder herum"

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Das Schiff Sea Watch 3
Der Sea Watch 3 wird das Einlaufen in europäische Häfen versagt
Quelle: 
Grodotzki, Sea-Watch

Seit über zwei Wochen sitzen aus Seenot gerettete Menschen auf dem Mittelmeer fest. An Bord der Sea-Watch 3, einem Schiff der zivilen Seenotrettung, harren 32 Gerettete aus - weil dem Schiff das Einlaufen in einen europäischen Hafen untersagt wird. Und während sich die Diskussionen über gesamteuropäische Regelungen zur Aufnahme von Geflüchteten hinziehen, wird das Schiff bei schwerem Seegang und sehr beschränktem Platz  für die Geretteten zum schwimmenden Gefängnis. So steht die Sea-Watch 3 als Beispiel für die Krise der Europäischen Migrationspolitik.

Im Interview ist Lorenz von Sea Watch. Wir sprechen über die aktuelle Lage auf der Sea Watch 3 und mögliche Aussichten auf eine Aufnahme der Geretteten an Bord. Ausserdem erzählt uns Lorenz von der Solidarität aus der Zivilbevölkerung die Seenotrettende dieser Tage erleben - nur diese habe es möglich gemacht das überhaupt wieder zivile Seenotrettung stattfindet. Allerdings hören wir auch von der Kriminalisierung von Seenotrettung und zunehmender Repression gegenüber Aktivist*innen.