Endometriose-Betroffene kämpfen gegen die Attest-Pläne von Kanzler Merz

Endometriose-Betroffene kämpfen gegen die Attest-Pläne von Kanzler Merz

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Bild von der Unterschriftenübergabe von We Act: Ein Buch mit 218.898 Unterschriften. Darauf steht "218.898 Bürger*innen fordern: Keine Krankschreibung ab dem ersten Tag!" Das Buch ist in weiß; die Forderung pink unterlegt. Unten rechts das Logo von We Act
218.898 Unterschriften
Lizenz: 
Keine (all rights reserved)
Quelle: 
We Act

Ab dem 2. Juli gilt die Krankschreibungspflicht ab dem 1. Tag. Hannah von EndEndoSilence e.V. hat dagegen eine Petition gestartet:

„In Deutschland haben etwa 2 Millionen Menschen, die mit Uterus geboren wurden, Endometriose. Betroffene, die mehrmals im Monat wegen Schmerzen nicht arbeiten können, verlieren durch die geplanten Pflichtbesuche bei Ärzt*innen wertvolle Regenerationszeit. Diese Zusatzbelastung wollen wir mit unserer Petition: 'Keine Krankschreibung ab dem ersten Tag! Chronisch kranke Menschen und Ärzt*innen entlasten' verhindern!“

Inzwischen wurden die über 200.000 Unterschriften zwei Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD übergeben. Diese hätten damit signalisiert: „Sie machen sich für unser Anliegen stark.“

Hannah schildert die Übergabe: Dabei „kam das Thema Missbrauch von Krankschreibungen auf. Für mich ist klar: Einzelne Fälle von Missbrauch rechtfertigen weder die Krankschreibung ab dem ersten Tag noch die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. … Gibt es nicht eine Möglichkeit, Missbrauch von Krankschreibungen zu vermeiden, ohne die Krankschreibung ab dem ersten Tag einzuführen? Die Antwort: Man arbeite an einer Lösung. Ich werde in den kommenden Wochen nachhaken, wie es um einen Gesetzentwurf steht und wie wir weiter Einfluss nehmen können. 

Zwei Tage später habe ich unsere Petition an einen Referatsleiter von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) übergeben. Er hat mich bei der Übergabe darauf hingewiesen, dass es für chronisch Kranke Sonderregelungen geben könne. Dieses Argument überzeugt mich nicht. Das habe ich im Gespräch sehr deutlich gemacht. Betroffene sollten ihre chronische Erkrankung nicht offenlegen müssen, um von einer solchen Sonderregelung Gebrauch machen zu können. Denn Arbeitgeber*innen reagieren nicht immer mit Verständnis auf chronische Erkrankungen. Zu oft erleben Betroffene Stigmatisierung oder, dass ihre Beschwerden nicht ernst genommen werden.“

Die Initiatorin plant nun, Politiker*innen anzufragen und zu treffen, um die Unterschriften zu übergeben und die eigene Perspektive einer Person mit chronischer Erkrankung in einem persönlichen Gespräch zu schildern.

Autor*in

dm