Acht Jahre nach Ratifizierung der Istanbul Konvention gegen geschlechtsspezifische Gewalt hat die Stadt Freiburg nun mit einem Budget von 450.000€ und einem Aktionsplan ihre Umsetzung beschlossen. Unter Anderem soll die Reflexion von Geschlechterrollen mit Jungen* und jungen Männern im sozialpädagogischen Kontext und auch die Täter*arbeit soll erweitert und ausgebaut werden. Damit soll Gewaltprävention gestärkt werden. Es wird eine öffentliche Kampagne mit Hinweisen auf Hilfsstrukturen geben – auch bei sexueller Belästigung. Fachstellen, Behörden, Justiz sowie Polizei sollen enger zusammenarbeiten. Außerdem entsteht wird eine Stelle bei der FRIG (Fachstelle Intervention gegen häusliche Gewalt) entstehen. Ob es auch mehr Geld geben soll für Frauenhäuser blieb offen. „Gewalt beginnt nicht erst bei körperlichen Übergriffen“ zitiert das Amtsblatt die städtische Frauenbeauftragte Simone Thomas. „Sie hat viele Gesichter und findet in vielen Bereichen statt – im privaten Umfeld ebenso wie am Arbeitsplatz, im öffentlichen Faum oder im Internet“. Birgit Bindnagel, Sprecherin der Mekriba Stiftung für Prävention, Aufklärung und den Schutz für Betroffenen ergänzt: „Die Folgen sexualisierter Gewalt sind immens, Betroffene haben ein Leben lang damit zu kämpfen. Natürlich ist es schwer hinzuschauen – wir shauen lieber Fußball oder Walretten. Aber es ist wichtig, daß wir nicht wegschauen.“
