Conrad Gröber: Freiburger Erzbischof entscheidender Motor für die Hinwendung der Kirche zum Nationalsozialismus

Freiburger Erzbischof entscheidender Motor für die Hinwendung der Kirche zum Nationalsozialismus

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Conrad Gröber am Münster 1934
Quelle: 
Wolfgang Proske

An dem Freiburger Erzbischof Conrad Gröber scheiden sich noch immer die Geister. Für die einen war er der "braune Conrad", der als Fördermitglied der SS beitrat, der den Hitlergruß im Religionsunterricht einführte, der an Karfreitag 1941 im Münster eine Predigt gegen die Juden hielt in der er von "jüdischer Weltherrschaftsgier" sprach (während Hitlers Armeen ein Land nach dem anderen überfielen).  Andere weisen darauf hin, dass Gröber mit dem Regime unzufrieden war, dass er verschiedenen Personen geholfen und gegen die Judenboykotte protestiert habe. Er sei vor allem ein politisch geschickter Kirchenmann gewesen. So jüngst mit Bewunderung der Heimathistoriker Armin Heim, der über Gröbers Politik urteilt: "Ebenso gut lässt sich diese Politik aber auch als Erfolgsgeschichte darstellen: Es kam unter der NS-Diktatur zu keinem erneuten Kulturkampf" (zitiert nach Schwäbische Zeitung 28. April 2017!). Das bedarf wohl keines Kommentars.

In dem jüngst erschienen Buch "Täter, Helfer, Trittbrettfahrer - NS-Belastete aus Südbaden" kommt Wolfgang Proske zu dem Schluss, dass Gröber nicht nur irgendein Bischof war, der die Nähe der braunen Machthaber suchte, sondern dass er eine wichtige und vom Papst unterstützte Rolle dabei spielte, den deutschen Katholizismus und die auf Festigung ihrer Macht bedachten Nazis in Einklang zu bringen. Außerdem legt Proske neue Dokumente zu Gröber vor, die das Bild immerhin abrunden und auch seine angebliche spätere Distanzierung von den Nazis zweifelhaft machen. Darunter den Mitgliedsausweis als Fördermitglied der SS von Conrad Gröber (siehe unten Bild 2).