Front National verliert Stichwahl in allen französischen Regionen trotz Rekordzulauf

Front National verliert Stichwahl in allen französischen Regionen trotz Rekordzulauf

Die Stichwahl der französischen Regionalräte gewannen die konservativen Republikaner in acht Regionen und Überseegebieten. Regionalistische Parteien gewannen die Wahlen auf den Inseln Korsika und – durch ein Zusammenschluss mit den Konservativen – Martinique. Die regierenden Sozialisten und weitere linke Parteien konnten sieben der neuen Regionen und Überseegebiete behalten. Nach der ersten Wahlrunde hatten sie ihre Listen teilweise mit Linken und Grünen zusammengeschlossen. Bislang hatten Sozialisten und weitere linke Parteien die Mehrheit in allen ehemaligen Regionen ausser dem Elsass und dem Überseegebiet La Réunion gestellt. Die rechtsradikale Front National konnte keine einzige Region für sich gewinnen, obwohl sie bei der ersten Wahlrunde in sechs Regionen als stärkste einzelne Liste herausgekommen war. Trotzdem erhielt die Partei einen Rekordzulauf von knapp 7 Millionen Stimmen. Das sind mehr Stimmen als bei der Präsidentschaftswahl von 2012, trotz deutlich geringerer Wahlbeteiligung. Damit erhält der FN zahlreiche Sitze in den Regionalräten. In Nordfrankreich unterlag die Liste um Parteichefin Marine Le Pen mit immerhin 42 Prozent der abgegebenen Stimmen deutlich der konservativen Liste um einen ehemaligen Minister. In Südostfrankreich, wo Jean-Marie Le Pens Enkelin Marion Maréchal-Le Pen als Spitzenkandidatin antrat, erhielt die FN den Rekord von 45 Prozent der abgegebenen Stimmen. Auch dort unterlag sie den Konservativen. Die sozialistischen Listen hatten sich in beiden Regionen zugunsten der Konservativen zurückgezogen, um den FN zu kontern. Die Konservativen hatten aber entsprechend der Anweisung von Parteichef Sarkozy einen Zusammenschluss ihrer Listen mit den Sozialisten abgelehnt. Die Wahlbeteiligung stieg um rund 8 Prozent im Vergleich zur ersten Wahlrunde. Es entspricht ungefähr dem Beteiligungszuwachs der Präsidentschaftswahl von 2002, als der FN-Kandidat bei der Stichwahl antreten konnte.