---AUFRUF---
Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, will die Stefanini-Stiftung
für Kunst, Kultur und Geschichte SKKG die Gisi (General-Guisan-Str. 31,
Winterthur), das vermutlich ältestes besetzte Wohn- und Kulturhaus der
Schweiz, im Februar 2026 räumen lassen.
Alle Verhandlungsversuche, das Haus dauerhaft selbstverwaltet und
unkommerziell weiter zu bewohnen und zu beleben, sind am Unwillen der
Stiftung gescheitert.
Ausgerechnet die SKKG, die sich Kunst, Kultur und Geschichte auf die
Fahne schreibt, will genau dies zerstören:
Denn in der Gisi haben in den letzten 28 Jahren unzählige Künstler*innen
mit Konzerten, Workshops und Veranstaltungen für eine künstlerische
Vielfalt gesorgt.
Über die Jahrzehnte haben auch sehr viele Leute in der Gisi gewohnt oder
konnten vorübergehend unterkommen. Die Gisi bedeutet günstigen
kollektiven Wohnraum für viele, die wenig haben.
Es entstand eine Kultur mit einem kritischen Umgang gegenüber
unterdrückerischen Mechanismen, Profitlogik und gesellschaftlichen
Zwängen.
Damit schreiben wir nicht nur 28 Jahre Geschichte, sondern reihen uns
ein in alle linken, emanzipatorischen Kämpfe der Vergangenheit und
Zukunft.
Offensichtlich verfolgt die SKKG also ein anderes Ziel. Sie möchte aus
Ihren schweizweit 2200 Wohnungen noch mehr Profit erwirtschaften.
Deshalb wollen sie jetzt auch aus der Gisi für 5 Millionen Franken einen
schicken, profitablen Yuppietempel machen.
Und die Stadt freuts: Denn die städtische Wohnpolitik ist
ausschliesslich auf die Interessen der Reichen ausgerichtet, es herrscht
Aufwertungswahn. Egal, ob in Töss, Hegi oder am Schützenweiher, überall
sollen die Armen Platz machen (für Luxuswohnungen und Yuppie-Freiräume).
Doch wir werden die angedrohte Räumung der Gisi nicht einfach so
hinnehmen. Machen wir der SKKG und der Stadt deutlich, dass wir die Gisi
verteidigen. Denn die Gisi zu räumen, ist ein Angriff auf uns alle. Auf
uns, die immer einen grösseren Teil unseres Lohns für die Miete ausgeben
müssen. Auf uns, die keine zahlbaren Wohnungen mehr finden können.
Die Zerstörung von besetztem Wohn- und Kulturraum betrifft aber nicht
nur die Bewohner:innen, sondern die ganze Stadt. Sind die
selbstverwalteten Häuser einmal weg, steigen ringsherum die Mieten und
die Vertreibung trifft die Nächsten.
Unser Kampf endet nicht mit der Gisi oder den anderen räumungsbedrohten
Häuser und Wagenplätze. Er geht über jedes einzelne Haus hinaus. Wir
kämpfen gegen die kapitalistische Stadtaufwertung, gegen die skrupellose
Bereicherung einiger weniger auf Kosten jener, die sowieso wenig haben
und sich die immer höheren Mieten nicht leisten können.
Gegen Aufwertung und Vertreibung - Wir bleiben alle!
Gegen die Räumung der Gisi und den Erhalt von günstigem Wohnraum überall
rufen wir euch alle auf, am Sa. 20.12.2025 um 14:00 Uhr am Hauptbahnhof
Winterthur an die grosse, vielfältige "Gisi bleibt! Kein Profit mit
Wohnraum"-Demo zu kommen. Bringt Eure Freund:innen, Nachbar:innen,
Arbeitskolleg:innen mit. Denn: Nur eine kleine Minderheit profitiert von
der Wohnungsnot. Wir sind mehr!
Leisten wir alle zusammen Widerstand gegen Vertreibung und Räumungen in
allen Formen und Facetten, so vielseitig wie all die Menschen, die die
Gisi in den letzten 28 Jahren bewohnt, belebt und besucht haben!
