"Kreative Lösungen" - Selbstverwaltete studentische und unkommerzielle Kulturangebote werden verdrängt

"Kreative Lösungen" - Selbstverwaltete studentische und unkommerzielle Kulturangebote werden verdrängt

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Das Literaturbüro zieht ins Theater, das Theater ins Kino und das Kino in den Vorlesungssaal
Das Literaturbüro zieht ins Theater, das Theater ins Kino und das Kino in den Vorlesungssaal
Quelle: 
aka-filmclub

0:08 In Freiburg sind bekanntermaßen Flächen rar und teuer. Umso unverständlicher, daß das Rektorat der Uni Freiburg kürzlich den hochspezialisierten und zentral gelegenen Theatersaal in der alten Uni einem nichtakademischen Akteur überlassen hat, nämlich dem Literaturbüro. Daraufhin mußten die zahlreichen Theatergruppen, die bisher ihre Stücke dort probten und aufführten auf den Saal unterm Rektorat, den sogenannten Panzerkreuzer umziehen. Wenn ab 2017 das Kollegiengebäude II auch noch für mehrere Jahre saniert und damit nicht nutzbar ist, wird auch das studentische Kino, der aka-filmclub obdachlos sein. Der Panzerkreuzer ist ein Kinosaal mit Vorführkabine und Sesseln, aber auch ein Theatersaal mit Bühne und der erforderlichen Technik und somit der Favourit beider betroffener Gruppen.

Charlotte Großmann: 1:12
Der aka-filmclub und die Theatergruppen konnten bei ihrer Suche nach Ausweichräumen auf wenig Hilfe vom Rektorat zählen, außerdem waren die Verhandlungen von Intransparenz und Verunsicherung geprägt: 2:38
Heute wurde bei einer Pressekonferenz vom Rektor der Uni Freiburg Schiewer, von Kultur- und Oberbürgermeister der Stadt Freiburg eine "kreative Lösung" präsentiert, welche für Filmclub und Theatergruppen natürliche eine Verschlechterung bedeutet, und nur dem prestigeträchtigen Literaturbüro alle Möglichkeiten eröffnet.

Der Rektor der Universität Freiburg Hans-Jochen Schiewer und OB Dieter Salomon setzten die Unterzeichnung des Vertrags mediengerecht in Szene, lobten sich für die teils von den Betroffenen selbst gefundenen Lösungen sprachen von "Synergien" und "neuen Wegen".

Charlotte Großmann dazu: 1:40

Dabei machte Charlotte Großmann die Anwesenden darauf aufmerksam, daß der Kompromiß eine Verschlechterung für die Theatergruppen bedeutet zugunsten eines prestigeträchtigen Literaturhauses, das auf Teufel komm raus ohne Rücksicht auf selbstorganisierte, unkommerzielle und selbstfinanzierte studentische kulturelle Angebote durchgedrückt wurde: 1:15

Anwesend waren: Charlotte Großmann für die Theatergruppen, Martin Bruch vom Literaturbüro, der Rektor der Uni Freiburg Schiewer, OB Salomon, Kulturbürgermeister von Kirchbach und Rudolf-Werner Dreier, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Beziehungsmanagement Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.