KZ Buchenwald: "Ein Leben gegen ein anderes"

"Ein Leben gegen ein anderes"

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Quelle: 
www.neofelis-verlag.de

Die Historikerin Sonia Combe las am 1. Dezember in Freiburg aus ihrem Buch "Ein Leben gegen ein anderes. Der Opfertausch im KZ Buchenwald und seine Nachgeschichte". Mit dem umstrittenen Begriff Opfertausch ist man schon mitten drin in einer schwierigen Auseinandersetzung: Wenn ein Kind aus dem KZ gerettet wurde, dafür aber ein anderes deportiert wurde und starb - wie ist dann das Handeln derjenigen zu bewerten, die - selbst Häftlinge - die Listen erstellen mussten? Diese Bewertung war bisher weniger durch historische Quellen geprägt als duch den je aktuellen politischen Kontext, wie Sonia Combe zeigt. Sie ging dabei von einem relativ bekannten Fall aus, dem von Stefan J. Zweig, der als Vierjähriger vor der Deportation nach Auschwitz gerettet wurde. Statt ihm wurde aber ein anderer Junge auf die Liste gesetzt. In der DDR wurde diese Geschichte völlig anders erzählt als später in der BRD. Sonia Combe forscht am Centre Marc Bloch in Berlin und an der Universität Paris Nanterre. Im Vorfeld der Veranstaltung in Freiburg kam sie zu uns ins Studio.