Andréa Noël schreibt in der frisch erschienenen Doppelausgabe für März/April über Feministische Perspektiven auf globale Machtstrukturen.
Darin erklärt die Autorin unter anderem das sog. „Rainbow-Washing“ und „Othering“, indem die Dichotomie zwischen westliche Militärkräften und sog. „rückschrittlichen“ Armeen aufgemacht wird. Dabei werden Erstere „als ‚zivilisiertere‘ und fortschrittlichere Militärs“ präsentiert im Gegensatz zu den Armeen der Staaten, die Frauen-, Menschenrechte und die Rechte queerer Menschen mit Füßen treten. „Es verschleiert jedoch die Realität:“ so Noël weiter „Die institutionellen Strukturen bleiben patriarchal, hierarchisch und exkludierend, während gleichzeitig Gendernormen, Hierarchien und militärische Machtlogiken weiter reproduziert werden.“ Sie führt weiter aus, wie „die vorgeschriebenen Geschlechterrollen“ durch eine Militarisierung der Gesellschaft verstärkt werden: „Militarisierung ist ein Prozess, der bestehende soziale Ungleichheiten und Marginalisierungen verstärkt. Feministische Wissenschaftler*innen führen dies auf die intrinsischen und sich gegenseitig verstärkende Beziehung zwischen Maskulinismus und Militarismus zurück. Feministisch und queer informierte Forschung [..] macht deutlich: Die weltweit voranschreitende Militarisierung stabilisiert koloniale, patriarchale und kapitalistische Strukturen.“
Militarisierung verstärke außerdem „geschlechtsspezifische Ungleichheiten. Durch neue Haushaltsprioritäten etwa“ flössen „mehr öffentliche Mittel in Aufrüstung ([ein] Bereich in dem überwiegend Männer* arbeiten) statt in Care- oder Gleichstellungsarbeit ([ein] Bereich in dem überwiegend Frauen* arbeiten).“ Die Zwangsmobilisierung junger Männer* verschiebe weiter „Macht und Care-Strukturen: Frauen* tragen die unbezahlte Sorgearbeit, während männliche Arbeitskraft militarisiert und in ökonomische und sicherheitspolitische Machtstrukturen eingebunden wird.“
„Durch homogenisierende Diskurse über eine kohärente und einheitliche nationale Armee werden soziale Hierarchien und (meist konservative) Normen wie Heterosexualität, Cissexualität oder traditionelle Verkörperungen von Männlichkeit und Weiblichkeit, verstärkt.“
„[A]ggressive Heterosexualität“ werde in der Ausbildung „aufgezwungen“. „Dabei werden jene bevorzugt, die diesem Ideal am nächsten kommen: (weiße) cis-heterosexuelle Männer.
„[I]nternationale[..] und regionale[...] Einsätze[…]“ hätten „gezeigt, dass ein militarisiertes Verständnis von Frieden und Sicherheit mit wachsender Unsicherheit für die lokale Bevölkerung verbunden ist.“ So werden bei UN-Einsätzen im Kongo vermehrt Gewalt, Zwang und sexuelle Ausbeutung von „Frauen* und Mädchen“ durch UN-Soldaten verzeichnet. Diese reproduzierten damit koloniale Machtverhältnisse.
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