Mindestens 50 Tote bei Angriff auf nigerianisches Flüchtlingslager

Mindestens 50 Tote bei Angriff auf nigerianisches Flüchtlingslager

Bei einem Einsatz gegen die islamistische Organisation Boko Haram hat die nigerianische Luftwaffe versehentlich ein Flüchtlingslager im Norden des Landes bombardiert. Dabei sind am gestrigen Dienstag nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 52 Menschen ums Leben gekommen, rund 120 wurden verletzt. Das Militär gab zu, dass es sich bei dem Angriff um einen Fehler handelte, man habe das falsche Ziel getroffen.

Das eigentliche Ziel war anscheinend die nahegelegene Stadt Kala, in der die Islamisten einen neuen Stützpunkt eingerichtet haben. Die Koordinaten für den Angriff kamen laut Generalmajor Lucky Irabor, der die Militäreinsätze gegen Boko Haram leitet, von einem Boko Haram-Kämpfer aus der Region.

Ärzte ohne Grenzen verurteilte den Angriff auf „verletzliche Menschen, die bereits vor extremer Gewalt geflohen sind“. Bereits 2014 hatte ein nigerianischer Kampfjet versehentlich ein Dorf angegriffen, das für einen Stützpunkt der Islamisten gehalten wurde.

In dem Konflikt zwischen Boko Haram, dem nigerianischen Staat und der Bevölkerung sind seit 2009 rund 20.000 Menschen getötet worden, rund 2,6 Millionen sind innerhalb des Landes auf der Flucht.