Nachwende Blues – Oder Warum der Westen die Musik meiner Eltern nicht kennt.

Nachwende Blues – Oder Warum der Westen die Musik meiner Eltern nicht kennt.

Die Sendung ist aufgrund von GEMA-Beschränkungen nur noch 4 Tage 3 Minuten anhörbar.

Nachwende Blues_foto privat.jpg

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Quelle: 
Lena Kircheisen

Ein musikalisches Feature von Lena Kircheisen.

1989 mit der Wende in der thüringischen Provinz geboren, sucht die Autorin nach einem Teil ihrer eigenen Ostidentität – und findet ihn in der Musik ihrer Eltern. Als „Blueser" fuhren sie zu DDR-Zeiten quer durchs Land, um Blues-Rock-Konzerte zu erleben. Zwischen Jugendkultur und Opposition verkörperte die Blues-Szene zu DDR-Zeiten ein Lebensgefühl, eine stille, meist unpolitische Flucht ins Innere.

Das Feature begibt sich auf Spurensuche: Es trifft Musiker wie Big Joe Stolle, Jürgen Kerth, und Eberhard Klunker, Manager der Band Engerling, Gert Leiser, Zeitzeug*innen und Fans, darunter auch die eigenen Eltern der Autorin. Sie erzählen von Dress-Codes, heimlicher Freiheit und Zensur zu DDR-Zeiten, aber auch von Träumen an die Wende und der Ernüchterung danach. Und sie erklären, warum die Bands und Musiker*innen bis heute vor allem im Osten spielen, während der Westen von dieser Musik, dieser Gemeinschaft, dieser Geschichte oft kaum etwas weiß.

Zwischen Erinnerung und eigener Erfahrung entsteht das Porträt einer Szene, die sich gewandelt hat, aber ihr Lebensgefühl bis heute bewahrt. Dazu stellt es eine Generationenfrage: Was gibt eine Zeit weiter, die man selbst nie erlebt hat?