Interview mit Kapil Komireddi zu den indischen Wahlen: "Neoliberalismus und Hindunationalismus sind zwei Seiten der selben Medaille"

"Neoliberalismus und Hindunationalismus sind zwei Seiten der selben Medaille"

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Anhänger Modis auf einer Wahlkampfveranstaltung 2014
Quelle: 
Prime Minister's Office, Government of India (CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)])

Mit der Wiederwahl von Narendra Modi als indischer Premierminister bewegt sich Indien in Richtung einer religiös gespaltenen Gesellschaft. Das befürchtet der indische Autor und Journalist Kapil Komireddi. Trotz der massiven sozialen Probleme im Land hat eine Mehrheit der Bevölkerung Modis Slogans eines starken, wehrhaften Indiens größere Bedeutung eingeräumt. Der Gegner, den Modi und seine hindunationalistische Partei dabei ausgemacht hat, ist Indiens muslimische Bevölkerung und, quasi als Verlängerung, der Nachbarstaat Pakistan.

Kapil Komireddi hat darüber bereits in seinem Buch "The Malevolent Republic. A Short History of the New India" (erschienen 2019 bei Hurst Publishers) geschrieben. Mit Radio Dreyeckland sprach er über das Erbe der Teilung Indiens, des Kolonialismus und die Bedeutung der neolibaren Wirtschaftspolitik Modis für dessen Wahlerfolg.