Respect Words: Der Text macht die Musik? – Popkultur als Strategie, Hassrede und Gesellschaftskritik

Der Text macht die Musik? – Popkultur als Strategie, Hassrede und Gesellschaftskritik

Respect Words

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Respect Words

„Die Kunst muss nichts. Die Kunst darf alles.“ (E. Fischer) – Aber was, wenn sie zu Zwecken der Diffamierung und Abwertung von Gruppen instrumentalisiert wird? Und wie lässt sich hier überhaupt unterscheiden wann es sich um Formen von Hassrede oder einen Ausdruck von Gesellschaftskritik handelt? Diese Fragen stellen sich auch im Bereich von Musik, die sich ja meist gerade darin auszeichnet, dass sie es vermag, durch die Verknüpfung von Text und Ton eine eigentümliche Verbindung zwischen Emotionen und Mitteilungen zu erschaffen. Es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, dass Musik auch oft politische Statements beinhaltet, die sich wohl durch die Eingängigkeit von immer wiederkehrenden Refrains, die Zuspitzung in einigen wenigen Textzeilen und ähnlichem besonders einfach ins Gedächtnis einprägen und dazu noch einen besonders emotional geprägten Zugang entfalten. Daher eignet sich Musik natürlich nicht nur dazu progressiver Gesellschaftskritik Gehör zu verschaffen, sondern bietet sich auch als Agitationsmedium rechter Gruppen an, die damit insbesondere Jugendliche ansprechen möchten. Manchmal mögen menschenfeindliche Einstellungen aber in bestimmten Genres auch weit verbreitet, aber nicht sofort offensichtlich sein. Wie gehen Anhänger*innen von Musikrichtungen wie Raggae und Dancehall mit der in der Szene weit verbreiteten Homophobie um? Und wie ist eigentlich der Metal einzuordnen, eine Musikrichtung, die ja nicht gerade mit brachialen Klängen und krassen Texten und Bandnamen geizt? Der Beitrag versucht sich an einer Bestimmung des Verhältnissses von Hassrede und Musik, den Funktionen, Grenzen und Wirkungsweisen von Text und Ton.

Im Beitrag kommen die Wissenschaftler*innen Patrick Helber und Imke von Helden und Felix Steinbrenner, Fachreferent für Extremismusprävention, zu Wort.