Der Putsch in Burkina Faso kam nicht ganz überraschend. General Diendéré und sein guter Draht nach Frankreich

Der Putsch in Burkina Faso kam nicht ganz überraschend. General Diendéré und sein guter Draht nach Frankreich

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Die Proteste in Ouagadougou 2014 führten zum Sturz des langjährigen Machthabers Compaoré
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Nach dem Putsch in Burkina Faso waren der Staats- und der Regierungschef der bisherigen Übergangsregierung, Michel Kafando und Isaac Zida, festgenommen worden. Nach aktuellen Informationen wurde Kafando heute wieder freigelassen. Ein Termin für die Freilassung von Zida ist noch nicht bekannt.

Auf diese ganz aktuelle Entwicklung wies uns unser Korrespondent Bernard Schmid kurz nach seinem Interview hin, das er uns heute Vormittag zur Situation in Burkina Faso gegeben hat. Noch nicht einmal ein Jahr ist es her, dass dort der Langzeitpräsident Blaise Compaoré gestürzt wurde - genauer am 31. Oktober 2014. Vorausgegangen waren seinem Sturz heftige Proteste der Bevölkerung. Compaoré hatte 1987 seinen Vorgänger Thomas Sankara ermorden lassen. Sankara war ein Hoffnungsträger für einen sozialen und politischen Aufbruch gewesen, der Sturz von Compaoré hatte daher ebenfalls Hoffnungen genährt. Nach einem Jahr Übergangsregierung hätten am 11. Oktober Neuwahlen stattfinden sollen. Diese wurden nun durch den Putsch am Mittwoch, den 16. September verhindert. Fraglich ist laut Bernard Schmid die Rolle Frankreichs, das zwar die Freilassung der gefangenen Politiker forderte, aber zugleich seine Interessen in Burkina Faso vertrittt. Zunächst jedoch ein Bild der Lage, wie es sich bis einschließlich Donnerstag abgezeichnet hatte.

Neben dem Interview in voller Länge 22:47 gibt es auch eine kürzere Fassung 18:31 und Exkurse zu Parallelen in Compaorés Exil, dem Nachbarland Elfenbeinküste 2:00, sowie zu den politischen Fraktionen im Militär in Burkina Faso 2:33.