Teil 3 der Reihe rund um die Rückseite der Fussball-WN der Männer: Radio Ech (deutsch) 05.07.2018 - Ukrainische politische Gefangene in Russland

Radio Ech (deutsch) 05.07.2018 - Ukrainische politische Gefangene in Russland

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Quelle: 
Andriy Yermolenko, Jana Nordmann

Während die Weltöffentlichkeit auf die Fussballstadien blickt, wird allzu gern übersehen, in welch einem Reich des Unrechts sie stehen. Seit dem militärischen Überfall Russlands auf die Ukraine und der Annexion der Halbinsel Krim 2014 werden in Russland und insbesondere auf der Krim alle mit der Annexion Unzufriedenen nicht bloß mundtot gemacht - sie landen für viele Jahre hinter Gittern. Die Beweise sind dabei teils offensichtlich erfunden, teils durch Folter als Geständnisse aus den Verfolgten buchstäblich herausgeprügelt. Der prominenteste der ukrainischen politischen Gefangenen ist der Regisseur Oleg Senzow. Mitte Mai erklärte er einen Hungerstreik mit der Forderung alle ukrainischen politischen Gefangenen des Kremls freizulassen. Mit jedem Tag wird sein Zustand schlimmer und lebensbedrohlicher, ans Aufgeben denkt er aber nicht.

Während sich zahlreiche internationale Prominente und das EU-Parlament seine Freilassung gefordert haben, sucht man im Lager der westlichen Linken vergebens nach lauten Solidaritätsstimmen mit den politischen Gefangenen des Kremls. Schlimmer noch: Bei der Abstimmung im EU-Parlament zur Resolution über Senzow stimmten die Abgeordneten der der Linken bis auf wenige Ausnahmen in bemerkenswerter Einheit mit den radikalen Rechten dagegen und damit im Sinne des Kremls.

Senzow selbst fordert aber stets ausdrücklich nicht seine eigene Freilassung, sondern die der anderen politischen Gefangenen. Über seinen Fall und über diese wenig bekannten über 70 andere ukrainische Gefangene geht es in unserem 3. Teil der Reihe zum Kontext der Fussball-WM der Männer in Russland.