Am frühen Donnerstagmorgen brach die Polizei die Türe der Familie von Surab Changoschwili auf, nahm der Familie die Telefone ab und brachte sie, inklusive der Kinder zu einem Flugzeug, das sie nach Georgien ausflog, mit anderen abgeschobenen insgesamt 48 Personen. Surab Changoschwilis Asylantrag wurde ebenso abgelehnt wie der seines bekannteren Bruders Selimchan Changoschwili. Selimchan hatte im zweiten Tschetschenienkrieg als Kommandeur einer Miliz gegen Russland gekämpft. Später wurden auf ihn drei Mordanschläge in Georgien und der Ukraine verübt. In Deutschland wurde dem Tschetschenen kein Asyl gewährt. Er erhielt nur ein vorläufiges Bleiberecht. Am 23. August 2019 um 12 Uhr am Mittag schoss ihm bei einem Spaziergang im Berliner Kleinen Tiergarten ein Fahrradfahrer beim Überholen mit einer Pistole mit Schalldämpfer in Kopf und Rücken. Der Mörder warf Pistole, Fahrrad und Perücke anschließend in die Spree, wurde aber trotzdem gefasst. Nach intensiven Recherchen von Medien stellte sich heraus, dass der unter einer anderen Identität eingereiste Mörder der russische Agent Nadim Nikolajewitsch Krassikow war. Er wurde wegen Mordes und illegalem Waffenbesitz zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
Russland forderte im Rahmen eines Gefangenenaustausches mit den USA mehrfach auch die Freilassung des Tiergartenmörders. Es ging dabei vorallem um die amerikanische Basketballspielerin Brittney Griner, die in Russland wegen einer geringen Menge Cannabisöl, die bei ihr gefundenen worden war, im Gefängnis saß. Ihr Fall erregte in der US-Öffentlichkeit große Anteilnahme. Putin sprach den Fall des Tiergartenmörders dann sogar in einem weltweit beachteten Interview mit Tuker Carlson persönlich an. Am 1. August 2024 tat dann die Bundesregierung der US-Regierung den Gefallen. Im Rahmen eines größeren Gefangenenaustausches wurde auch der Tiergartenmörder Krassikow freigelassen. Ohne diese Entscheidung wäre wohl der ganze Austausch nicht zustandegekommen. Wladimir Putin empfing den Mörder persönlich am Flugzeug auf einem roten Teppich.
Auch Surab Changoschwili hat gegen Russland gekämpft. Da die derzeitige georgische Regierung einen prorussischen Kurs verfolgt, muss auch er die Rache des Kremls vorallem in Georgien fürchten, zumal sein Bruder ein so prominenter Fall war.
Während in der Öffentlichkeit von Seiten des Kanzlers das Bild erweckt wird, abgelehnte Asylbewerber*innen seien für alle möglichen Misstände verantwortlich, zusammengefasst in dem Schlagwort "Stadtbild", schiebt man für die Statistik in Wirklichkeit Leute wie die Familie Changoschwili ab, deren Gefährdung zum großen Teil durchaus besteht, die aber nicht unter die strenge Norm des individuellen Asylrechts fallen, wie auch zahlreiche Jesidinnen und Jesiden, die einfach in den Irak abgeschoben werden, wo sie weiter eine bedrohte Minderheit darstellen, die erst vor wenigen Jahren Opfer eines auch vom Bundestag anerkannten Völkermordes wurde. Nachher werden großspurig Statistiken über Abnschiebungen präsentiert und von den Medien beklatscht.
jk

