"trotz des Himmels blauer Blässe fällt in der Straße auf die Fresse, wer sich vom Blau betören ließ..."

"trotz des Himmels blauer Blässe fällt in der Straße auf die Fresse, wer sich vom Blau betören ließ..."

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Sophie Lapierre Buch/CD Cover
Quelle: 
Verlag Die Brotsuppe

Walter Mossmann ist am Freitag letzte Woche gestorben. Ein freies Radio, das heute  Radio Dreyeckland heißt, war einmal eine Idee von Walter Mossmann, die damals fast wie eine Schnapsidee aussah. Die rechtliche Lage stand einfach gegen das Projekt. Doch Walter Mossmann spülte seine Utopie nicht mit ein paar Gläsern Rotwein wieder runter, sondern er brachte die Leute zusammen, die sich das Recht nahmen, dem öffentlich rechtlichen, staats- und wirtschaftstreuen Meinungsmonopol im Äther die Stirn zu bieten. Mochten andere singen, „die Gedanken sind frei“, Walter sorgte dafür, dass sie auch tatsächlich frei zu hören waren. So hat er vieles bewegt ohne sich je vereinnahmen zu lassen, weder von der Unterhaltungsindustrie, von Parteien oder strikten Ideologien und steifen Weltsichten. Er hat das Blau der Utopie geliebt ohne sich davon betören zu lassen, wie es in seinem großen Chanson "Sophie Lapierre" heißt. Ein Gespräch mit der Verlegerin Ursi Aeschbacher (Verlag Die Brotsuppe), die Walter Mossmann in der gemeinsamen Zeit bei Radio Dreyeckland kennengelernt hat und ihm viele Jahre freundschaftlich verbunden war.