US-Deserteur kämpft um Asyl in Deutschland

US-Deserteur kämpft um Asyl in Deutschland

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André Shepherd
André Shepherd
Quelle: 
Daniel Silliman What is in us

Am heutigen Mittwoch verhandelt der Europäische Gerichtshof in Luxemburg den Fall André Shepherd. Und dies ist kein gewöhnlicher Fall. Denn der US-Soldat Sheperd desertierte und beantragte 2008 in Deutschland Asyl. Er könne nicht weiter am völkerrechtswidrigen Krieg im Irak teilnehmen, so seine Argumentation. 2011 lehnte das Bundesamt für Migration seinen Asylantrag ab. Shepherd klagte gegen die Entscheidung. Und im Januar diesen Jahres konnte Shepherds Anwalt durchsetzen, dass das Verwaltungsgericht München sein Asylverfahren aussetzte und um eine Vorabentscheidung durch den Europäischen Gerichtshof ersuchte. Denn Shepherds Asylverfahren ist ein Präzedenzfall, der europäisches Recht betrifft. Laut der sogenannten Qualifikationsrichtlinie der EU sind nämlich diejenigen zu schützen, die sich völkerrechtswidrigen Handlungen entziehen und deshalb mit Verfolgung rechnen müssen. Die politische Brisanz liegt auf der Hand: Wird der Europäische Gerichtshof dem Deserteur zuerkennen, dass er sich aus guten Gründen dem Irak-Krieg entzogen hat? Im Folgenden dokumentieren wir in Auszügen Shepherds Geschichte, wie er sie selbst 2009 im Rahmen einer Antikriegsveranstaltung in Freiburg darstellte.

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