Solidarität mit Kelly Laubinger!: Diskriminierung bei der Wohnungssuche

Diskriminierung bei der Wohnungssuche

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Screenshot aus den sozialen Medien abgerufen am 15.9.26: Unten rechts das Logo der Sinti Union Schleswig-Holstein mit dem Schwan. Ansonsten ist das Bild dunkelblau. WEiß unterlegte blaue Buchstaben verkünden: "Solidarität mit Kelly Laubinger"
Screenshot abgerufen am 15.9.26
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Kelly Laubinger, Geschäftsführerin der Sinti Union Schleswig-Holstein, Bürgerrechtlerin, Sinteza und Enkelin von Holocaust-Überlebenden, ist erneut von Gadje-Rassismus betroffen: Nachdem sie bei einer Wohnungsbesichtigung am 1. August 2026 in Neumünster ihr Interesse bekundet hatte, erklärte ihr zunächst die Mitarbeiterin, dass sie diese weiterleiten werde, da sie hierüber nicht entscheide. Sofern das Interesse geteilt werde, würde man ihr Bewerbungsunterlagen zusenden, die sie dann ausfüllen müsse und erst im Anschluss werde über die Wohnungsvergabe entschieden.

Nur 50 Minuten nach der Besichtigung erhielt Kelly Laubinger von der Immobilienfirma folgende Antwort:

„Kelly Laubinger | sie verdient glaube ich zu wenig | ist eine Roma/sinti – bin mir nicht sicher obs passt“
Eine weitere E-Mail erhielt sie knapp 20 Minuten später: „Kelly Laubinger | sie verdient nur **** netto | ist eine Roma/sinti – interessiert sich für die günstige 2 Zi Whg (W05) | weiß nicht ob das passt“
Die Mitarbeiterin der Immobilienfirma benannte dabei ausdrücklich die ethnische Identität von Kelly Laubinger und verband es gleichzeitig mit Bewertungen. Zudem wurde Kellys Nettoeinkommen um rund 16,54 % niedriger dargestellt. Danach erhielt sie keine weitere Benachrichtigung mehr.
Während der Wohnungsbesichtigung hatte Kelly Laubinger der Mitarbeiterin der Immobilienfirma unaufgefordert Auskunft über ihre berufliche Tätigkeit und ihr Einkommen gegeben. Fragen zur Bonität, einer Schufa-Auskunft oder einer möglichen Bürgschaft wurden nicht gestellt.
Ihr Anwalt fordert nun in ihrem Namen außergerichtlich eine Entschädigung in Höhe von 4.000€ nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Sollte die Immobilienfirma die gesetzte Frist verstreichen lassen, werden ihre Ansprüche vor Gericht geklärt.
Kelly Laubinger hat bereits zweimal erfolgreich gegen Rassismus geklagt: 2022 gegen das neumünsteraner Fitnessstudio Muskelkater sowie 2024 gegen das neumünsteraner Hildebrandt’s Hotel.
Nach Bekanntmachung ihrer jüngsten diskriminierenden Erfahrung erfährt sie nun in den sozialen Medien viel Solidarität und Zuspruch. Auch wir wünschen Kelly viel Kraft für den antirassistischen Kampf!

Autor*in

dm